Racheengel

Abigail wurde ermordet.
Als Racheengel wiedergeboren, rächt sie sich an alle, die im Leben keine gute Vergangenheit haben.
Dabei erfährt sie die Wahrheit über ihren Mord und ist schockiert ...

Dienstag, 25. Mai 2010

Brasilien

'Kann ich heute ein wenig hier bleiben? Elijah und Anthony haben eine Besprechung.'
'Und so was fragst du mich? Abigail, also Bitte.'
Ich grinste ihn an.
Dann nahm ich einen Stuhl und setzte mich neben ihn.
'Ich könnte dir auch helfen wenn du willst.'
'Du kannst die Kunden beschäftigen. Oder ans Telefon gehen.'
Genau in dem Moment klingelte das Telefon.
Ich schaute James an. Er nickte mir aufmunternd zu.
'Hallo. Hier im Triple X. Hotel. Mein Name ist Ab .. Ava Carren. Wie kann ich ihnen helfen?'
Ich musste den Namen benutzen. James hatten wir eingeweiht, er war Elijahs bester Freund.
'Tu nicht so, Abigail.'
Mir stockte der Atem. Wo … Woher weiß er wie ich heiße?
'Abigail? Ich weiß leider nicht wer das ist.'
In meinem Hals bildete sich ein Kloß.
'Du kannst mich nicht verarschen.'
James schaute mich fragend an.
Ich legte den Hörer auf den Tisch.
'Da ist ein Mann am Telefon er hat nur ein paar Fragen ich regle das schon.'
'Okay, ich muss kurz im Büro nachschauen. Du weißt ja was du zu tun hast.'
Ich nahm den Hörer wieder an mein Ohr.
'Gut, das du ihm nicht die Wahrheit gesagt hast.'
Ich konnte nicht antworten. Mir fehlten sämtliche Worte.
'Du wirst jetzt genau das tun was ich dir sage.'
Ich nickte. Es war bescheuert aber ich wusste das er das sehen konnte.
'Deine zwei Freunde haben noch 4 Stunden. Das reicht mir.
Nimm deine Tasche. In der kleinen Innentasche findest du einen kleinen Kopfhörer.'
Ich nahm meine Tasche öffnete den Reißverschluss und da war wirklich ein kleiner Kopfhörer.
Ich steckte ihn in mein Ohr.
'Du bist schlau, Mädchen. Leg jetzt auf.'
Ich legte den Hörer auf seine Akkubox.
Durch den Kopfhörer konnte ich den Fremden weiterhin zuhören.
Wer ist das? Was hat er mit mir vor? Und wie zum Teufel ist er an meine Tasche gekommen?
'Geh durch den Hinterausgang raus. Siehst du den schwarzen Porsche? Steig ein.'
Ich suchte die Straße nach dem wagen ab und mein Herz schlug um auf 180 als ich ihn direkt vor meiner Nase halten sah.
Die Tür öffnete sich und ich stieg voller Sorge ein.
Neben mir saß ein Junge.Kein Mann wie ich vermutet hatte.
Vielleicht nur ein paar Jahre älter als ich.
Ich nahm den Kopfhörer ab.
Der Junge gab dem Fahrer ein Zeichen und der Porsche fuhr los.
'Ich .. ich muss dich doch ansprechen können.'
'Ryan.'
Ich sagte nichts.
Ryan beugte sich über mich, strich mir die Haare aus dem Gesicht und hielt mir etwas vor die Nase.
Den Geruch kannte ich schon.
'Schlaf gut Abigail.'
Alles wurde Schwarz und ich stürzte einen steilen Abhang hinunter aus dem ich nur ungern wieder raus kommen wollte. Ich kämpfte nicht gegen die ansteigende Müdigkeit an.
Ich ließ mich in den Abhang schubsen.
Er wurde immer tiefer. Und langsam bekam ich nichts mehr mit.

Ich wachte ungern auf.
Aber man konnte den natürlichen Kreislauf nicht umkehren.
Mein ganzer Körper schrie nur so vor Schmerzen.
Meine Arme und Beine waren an dicken Seilen befestigt und etwas war komisch an den Seilen.
Meine Handgelenke schmerzten so sehr.
Haben die das seil mit etwas ätzendem beschmiert?
Ich hob den Kopf und sah ein Tablett vor mir.
Was ist das alles?
'Oh, du bist aufgewacht Abigail.'
Ich sah Ryan vor mir.
Er trug einen weißen Kittel und Arzthandschuhe.
'Was … was willst du von mir?'
'Ich dachte mir wir machen ein kleines Spiel daraus. Andere würden es pervers nennen aber ich nenne es Vertrauen. Du antwortest mir auf meine Fragen und ich antworte auf deine.'
Mir war schwindelig.
In mir stieg etwas hoch und ich spuckte mindestens eine Handvoll Blut auf den Boden.
'Steven, Wisch das mal weg. Abigail konnte sich wohl nicht zurückhalten.
Abigail, ich hab wohl vergessen dir die Regeln bei diesem Spiel zu erklären.
Wenn dir etwas wie das hier eben wieder passieren sollte. Gibt es, nun Ja ein paar schmerzhafte Extras. Verstehst du?'
Schon wieder füllte sich mein Mund mit Blut.
So widerlich wie es ist, musste ich es wohl oder übel runter schlucken.
'Wie ich sehe verstehst du die Regeln.'
Ich sah wie er sich auf einen der Stühle setzte.
War es Einbildung?
'Erste Quiz Frage: Warum hast du Anthony und Ethan getötet? Katy war mir egal, aber warum die beiden?'
Ich verstand was er meinte.
'Ich musste es tun. Es war meine Aufgabe.'
Ich hörte ein Geräusch. Ein Piepen, bei Quiz Sendungen hörte man es immer, wenn Derjenige eine
falsche Antwort wählte.
Ich stöhnte auf.
'Leider zu ungenau.'
Er ging zu dem Tablett und holte eine Butterfly raus.
Er kam zu mir. Sah mir in die Augen.
Kein einziges Gefühl lag in ihnen.
Ich kämpfte nicht dagegen an. Ich konnte mich nicht wehren.
Es nicht aufhalten.
Das leise klicken der Butterfly war sozusagen der Startschuss in die Welt der Schmerzen.
Ich schloss meine Augen.
Die kalte Klinge berührte meine Haut und ein stechender Schmerz durch füllte meine Gliedmaßen.
Oder Muskeln? Ich konnte nicht mehr klar denken.
'Du kannst die Augen wieder öffnen.'
Ich sah den Boden.
Eine Pfütze Blut lag dort und es tropfte immer mehr.
'Steven, ich glaube du musst schon wieder wisch..'
Die letzten Worte konnte ich nicht mehr aussprechen.
'Schlaues Mädchen. So, jetzt wäre es noch schlauer wenn du meine erste Frage beantworten würdest.'
Du weißt bestimmt, das ich .. das ich schon mal tot war. Und als Racheengel wieder..'
'Mach dir daraus keine Mühen. Das weiß ich alles schon.'
Ich verlor fast das Bewusstsein.
'Ich musste sie töten. Es war meine Aufgabe. Sie haben mich getötet.'
'Glaubst du das reicht mir im Geringsten?'
Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und der Boden wurde komplett rot.
Ich hielt mich nicht mehr zurück.
Sollte er mich doch umbringen.
Meine Arme und Beine hingen fast herunter, wären da nicht die festen Seile.
'Ich denke es reicht. Aber das Spiel ist noch nicht aus. Das weißt du.'
Er nahm die Butterfly und ich schrie fast vor Schmerzen auf.



Währenddessen im Hotel:

'James, hast du Abigail gesehen?'
Anthony und Elijah gingen durch den langen Flur und kamen endlich bei James an.
'Sie war vor 3 Stunden noch an der Rezeption. Ich hoffe sie steht noch da.'
Die beiden tauschten einen misstrauischen Blick aus.
'Da waren wir gerade. Sie ist nicht da.'
Auch James wurde mulmig zu mute.
'Habt ihr beim Pool nachgesehen?'
Anthony schüttelte den Kopf.
'Sie ist nicht dort.'
Alle blickten sich um.
'Wo ist sie?!'
'Abigail!'
'Sucht ihr unten nach, ich bin oben.'
Elijah rannte die Treppen runter.
'Abigail?'
James und Anthony suchten hektisch in den oberen Stockwerken um.
Nach Zwei Stunden Suche gaben sie auf.
'Sie .. sie ist weg.'
Elijah setzte sich auf den Boden.
'Das darf nicht wahr sein.'


Irgendwo:

Mein Kopf wurde unsanft nach oben gehoben.
Mein Bauch verkrampfte sich.
Ich muss durchhalten. Halte durch!
'So, Quiz Frage Nummer Zwei: Warum bist du als erstes nach Brasilien geflogen?'
Ich verstand die Frage nicht.
Alles in mir schrie nur so danach einfach aufzugeben, doch ich musste das hier durchziehen.
'Ich dachte Ethan ist hier. Und er war hier.'
Schon wieder das Piepen.
Oh nein!
Doch er nahm nicht die Butterfly.
'Warte!'
Er drehte sich um. Mit einem fragenden Block.
'Was?'
Die Regeln, dachte ich.
'Die Regeln. Ich darf auch eine Frage stellen.'
Ich hörte ein Geräusch. Es kam wenn man etwas richtig beantwortete.
'Na, stell sie doch. Ich bin nicht unfair.'
'Warum fragst du mich das alles? Du weißt kennst doch sowie so meine Antwort.
Du bist Ryan. Vor Zwei Jahren, da … da hab ich dich doch abserviert oder?'
'Hör sofort damit auf! Du solltest nur eine Frage stellen, was machst du da?'
Ich ließ mich nach hinten fallen.
Wenn ich schnell genug bin, werde ich in Ohnmacht fallen.
Ich zappelte mich wieder auf.
Nein, die seile sind zu fest.
Viel zu fest.
Ryan kam mit einem Säbel Messer. Nannte man die Dinger so?
Ich stechender Schmerz durchzuckte meine Gliedmaßen.
Ich wurde erneut Ohnmächtig.

Freitag, 21. Mai 2010

Brasilien

'Er hat gesagt ich solle auf dich aufpassen. Und das Anthony und ich an deiner Seite stehen sollten.
Wir sollen auch aufpassen das du schön deinen Job machst.'
Ich musste lachen. Das war Jayden.
Mein Lachen ging in ein Schluchzen über und schon lag ich in Elijahs Armen.
'Wird schon wieder.'
Es rüttelte an der Tür.
Anthonys Kopf sah rein. Es sah lustig aus.
'Abi? Schon aufgewacht?'
Er kam rein und setzte sich neben mich. Ich nickte.
Er hielt mir eine kleine Tüte vor die Nase und ich musste lachen.
'Ist für dich.'
Er drückte sie mir in die Hand und ich guckte rein.
Ein kleines Geschenk lag darin. Eingepackt.
Ich holte es raus und öffnete es.
Ein Shirt steckte drin.
Ich faltete es auf und in schwarzer Schrift
I love Brasilia.
Drauf.
Ich drückte ihn einmal.
'Danke. Oh man, ich wollte schon immer so eins.'
'Ich weiß. Morgen ist unser Flug, Elijah kommt mit.'
Ich schaute Elijah an. Er grinste.
'Das darf nicht wahr sein!'
Das sollte sarkastischer klingen als es gemeint war.
'Abigail!'
Seit wann nennt er mich Abigail?
Ich hatte den Namen schon fast vergessen.
'Abi, zieh dich an. Wir gehen zum Hotel. Ich muss noch etwas machen.'
Wir müssten nicht hin, wenn er mitkommen würde.
Aber ich zog meine Sachen widerwillig an.
Ich ging ins Badezimmer um meine Haare zu kämmen und mich ein wenig zu schminken.
Im Spiegel sah ich ein Mädchen, das mir nicht sehr ähnlich sah.
Sie war hübsch, doch man sah ihr an das sie viel mitgenommen haben muss.
Ich wendete mich ab.
'Abi? Fertig?'
Ich ging zu Anthony und Elijah ins Wohnzimmer.
'Ja.'
Wir stiegen die Treppen runter und stiegen in Elijahs schwarze Limo ein.
'Elijah wie lange wird das dauern?'
'Ich muss mit Anthony in eine Konferenz um zu entscheiden wer das Hotel übernehmen wird.
Um die fünf Stunden.'
Fünf Stunden?!
Er sah wohl meinen Gesichtsausdruck.
'Du kannst ja zum Pool oder das Hotel ansehen. Was du gern magst'
Ich hatte meinen Bikini extra drunter angezogen.
'Der Pool klingt gut.'
Er lächelte mich an.
'Na dann ist ja gut.'
Wir kamen an.
Ich ging zuerst zur Rezeption. Dort wartete James auf mich.
'Hay, James. Wie geht es dir so?'
'Abigail! Auch mal wieder hier. Super!'
'Freut mich. Ich hab eine Frage.'
'Frag mich was du willst.'

Dienstag, 11. Mai 2010

Brasilien

Das kann nicht wahr sein.
Leider. Und jetzt musst du auch schon gehen. Die Zeit wird knapp.
Es wurde alles um mich herum schwarz.
Hatte ich meine Augen geschlossen oder war ich in einem schwarzen Loch?
Ich schrie und es half.
Ich stand neben Ethan.
Die Zeit schien nicht weiter zu gehen, denn niemand bewegte sich.
Und es fehlte eine wichtige Person.
Auf einmal ging die Zeit weiter.
Ich holte mein Messer raus, mit dem ich auch Andrew getötet hatte.
Holte raus und schnitt ihm mehrere Wunden in den Arm.
Er war sichtlich überrascht und schrie auf.
Ich stach ihm das Messer mitten ins Herz und er sank zu Boden.
Blut strömte aus seinem Mund heraus.
Ich sank mit. Hielt ihm am Kragen fest und schüttelte ihn durch.
'Solange du noch am Leben bist, musst du leiden! LEIDEN!'
Ich stach in seinen Magen ein.
Alles drehte sich.
Ich war wütend wie nie zuvor in meinem Leben.
Jemand packte mich fest am Arm und zog mich nach hinten.
Ich stach noch einmal ein.
Es bildete sich eine große Blutpfütze.
Ich wurde noch fester gepackt und lag schließlich in Elijahs Armen.
Ich weinte. Weinte. Konnte nicht aufhören.
Ethan lag tot vor uns da.
Doch nicht nur er.
Jayden war nicht mehr da.











'Abi, wach auf!'
Ich wurde kräftig durchgeschüttelt, konnte meine Augen aber nicht öffnen.
Ich wollte sie nicht öffnen.
'Lass mich in Ruhe.', murmelte ich unverständlich.
Jemand ließ sich neben mir nieder.
Elijah?
Es war mir egal.
Für mich war mein Leben jetzt in diesem Moment zu Ende.
'Ich weiß. Es ist ziemlich Hart für dich das du Jayden verloren hast. Für uns auch, aber wir müssen damit leben. Das Leben geht weiter, für uns alle. Du hast Ethan getötet, somit den letzten deiner Liste und jetzt musst du andere rächen. Wie Jayden. Tu es für ihn, verstehst du?'
Nein! Ich will es nicht verstehen.
'Verzieh dich.'
Er ging nicht weg.
'Ich bleibe hier. Du wirst jetzt mitkommen.'
'Das werden wir ja … Hay! Lass mich los!'
'Du wirst mitkommen.'
Er trug mich zum Wohnzimmer und ließ mich auf dem Sofa nieder.
Vor mir lag ein Tablett mit getoastetem Brot, Kakao und vieles mehr.
'Ich kann nichts essen.'
Elijah setzte sich neben mich hielt das Toastbrot in seiner Hand und fütterte mich.
Ich fühlte mich diskriminiert und weigerte mich meinen Mund aufzumachen.
Er hielt mir meine Nase zu und ich musste Luft holen, daraufhin steckte er das Toast in meinen Mund und ich musste, ob ich es nun wollte oder nicht, essen.
Er lächelte zufrieden.
'Wo ist Anthony?'
'In der Stadt. Einkaufen. Er wollte dir irgendein Souvenir mitbringen.'
Anthony war süchtig. In jedem Land in dem er war musste er ein Souvenir kaufen.
Er hatte in seinem Zimmer eine ganze Trophäen Sammlung.
Ich trank meinen Kakao in einem Zug leer und schaute Elijah herausfordern an.
Ich wusste das Jayden erst nach mir gestorben sein muss und vielleicht hatte er was zu den beiden gesagt.

Sonntag, 9. Mai 2010

Brasilien

Vor mir tauchte wieder dieses Licht auf.
Was passiert mit mir?
Bin ich tot?

'Ja.'
Wer ist da?
Ich musste es nicht einmal aussprechen. Der Engel, der mich auch letztens beraten hatte, konnte meine Gedanken lesen.
Du kannst meine auch lesen.
Oh! Sie sprach es nicht einmal aus.
Wo bin ich hier?
Erinnerst du dich nicht? Du bist im Himmel. Schon wieder. Du wurdest umgebracht, bevor deine Wunden heilen konnten. Und ich habe wieder einmal schlechte Nachrichten für dich.
Schlechte Nachrichten? Was für welche?
Du wirst zurück auf die Erde geschickt. Um den letzten auf deiner Liste zu töten. Doch nicht nur du bist gerade gestorben...
Was?! Wer noch?
Neben mir blitzte ein Licht auf und ich konnte nicht fassen wer neben mir stand.

Freitag, 7. Mai 2010

Brasilien

Wir gingen raus.
'Die Innenstadt ist nicht weit von hier. Wir gehen zu Fuß.'
Wir gingen also zu Fuß.
Die Stadt war wunderschön.
Es waren nur wenige draußen, aber alles leuchtete in den schönsten Farben.
Elijah bemerkte das ich über alles hier staunte:
'Wir gehen jetzt mal zu den bösen Kindern in Brasilien.'
Ich streckte ihm die Zunge raus.
'Ab ins Getto', flüsterte ich ihm sarkastisch zu.
Wir bogen in viele kleine Gassen ein und kamen dann zu den sogenannten 'Händlern'.
Die nannten sich so und waren in Wirklichkeit Händler von Drogen, Kindern einfach von allem.
'Du bleibst hier, Abi.'
Was?!
'Anthony', sagte ich sanft, 'Nein!'
Er zuckte zusammen und ich musste lachen.
'Glaubst du nicht wirklich das ich bei euch sicherer bin?'
Und außerdem muss ich ihn töten, wenn wir ihn finden. Nicht er.
Er gab sich geschlagen.
Schließlich ging ich vor.
Durch alle Gassen und sonstige Abzweigungen durch, zu dem Treffen.
Wir waren schwarze Gäste. Nicht eingeladen.
Doch sie würden es nicht einmal merken. Ich würde ihre kriminellen Gedanken einfach in den Hintergrund zwingen.
Ich ging in die Menschenmasse und schaute mir alle Leute ganz genau an.
Es waren hauptsächlich gut gebräunte Menschen bei.
Brasilianer.
'Ich dachte immer die haben keinen Schwarzmarkt hier.'
'Brasilien? Davon denkt jeder. Gut getarnt. Fast alle kommen hierher.'
Ich sah mich um.
Hinten bemerkte ich einen Jungen, der Ethan ähnlich sah.
Er beobachtete uns.
'Siehst du den ganz hinten, Jayden? Guck jetzt nicht so auffällig hin. Er beobachtet uns.'
'Hab ich auch schon gesehen. Ich bezweifle das es Ethan ist.'
Ich schon Jayden zur Seite und lief an ihm vorbei.
Sie verstanden was ich vorhatte und blieben dort.
Es wäre einfach zu auffällig. Wenn ich verschwinden sollte, würden sie mir nach Fünf Minuten folgen. Hoffte ich.
Der Junge sah das ich kam und ging in die hintere Gasse.
Ich rannte ihm hinterher.
Schreien durfte ich nicht, sonst würde alles auffliegen.
Er ging immer noch lässig als ob er mich nicht gesehen hätte.
Auf einmal blieb er ruckartig stehen.
Ohne sich umzudrehen sagte er völlig gelassen.
'Na, habt ihr mich gefunden?'
Ethan! Er ist es.
'Abi, er ist es!'
Jayden, Elijah und Anthony kamen mir hinterher.
'Ja, wie konntet ihr mich so schnell finden? Und du lebst?'
Ich setzte meinen nachdenklichen Blick auf.
'Zu viele Fragen auf einmal, Ethan. Zuerst, wir sind halt gut und können uns gut in andere Personen hinein fühlen. Und du warst so dumm und bist direkt nach Brasilien gefahren. Und nein, ich lebe nicht mehr.'
Er drehte sich um, fast schon zu schnell für meine Augen.
In seiner Hand blitzte etwas.
Ein Messer? Eine Pistole?
Und auf einmal spürte ich stechenden Schmerz in meinem Magen.
Ein Messer. Er hat zugestochen.
Mir wurde langsam schwarz vor Augen.
Nein! Ich darf jetzt nicht umkippen. Deine Wunde wird gleich verheilen, sagte ich mir.
Sie wird es. Bleib wach.
Doch ich konnte den natürlichen Zyklus nicht umstimmen und ich kippte um.
Hart schlug ich mit dem Kopf gegen einen Eisenbolzen auf bevor ich dann schließlich ohnmächtig wurde. Was danach passierte bekam ich nicht mit.

Sonntag, 2. Mai 2010

Brasilien

Ich löschte das Gespräch aus dem Laptop und schaltete ihn aus.
Dann packte ich ihn in den Rucksack.
Die Tür schloss ich auf, es sollte ja niemand merken was ich gemacht hatte.
Ich musste die ganze Zeit an Ethan denken.
Hätte ich an dem Tag Jayden nicht getroffen, was wäre dann passiert?
Hätte Ethan mich manipuliert?
Wäre ich dann nicht tot?
All diese Gedanken sammelten sich in meinem Kopf während ich langsam einschlief.
'Abi, wach auf. Abi?!'
Ich sah Jaydens Umrisse vor mir und öffnete meine Augen.
Sämtliche Muskeln schmerzten mir.
'Wie spät ist es?'
Ich suchte eine Wanduhr. Fans aber keine.
'Zehn Uhr. Zieh dich an.'
'Ich bin doch..'
Ich sah an mir herunter. Pyjama. Seit wann hatte ich den denn an?
'Ich bin kurz reingekommen, du warst schon am schlafen und ich dachte es wäre bequemer.'
'Schon gut, Jayden.'
Ich zog den Pyjama aus und zog mir eine schwarze Hose und ein dunkles Top an.
Es war schon kalt also holte ich meinen Cardigan und zog ihn an.
'Ich zieh mich schnell an und wecke Anthony. Geh du schon mal zu Elijah.'
Ich nickte ihm zu. Das würde jetzt mehr als 20 Minuten dauern.
Und ich war müde. Sehr müde.
Wenn wir Ethan nicht finden würden, werde ich in foltern.
Das verdient er.
Ich setzte mich auf eines der langen Sofas.
'Musstest du dich so einquetschen?'
Was? Ich drehte mich um und sah das ich fast auf Elijahs Schoß saß.
'Schuldige.'
Ich rutschte zur Seite.
'Nicht das es mich stört. Ich mein... Ach, egal.'
Ich musste lachen.
'Sollte das ein Flirt werden?'
Er wurde rot.
'Ich bin glücklich mit Jayden. So sehr es auch schmerzt, das musst du verstehen.'
'Ich weiß.'
Anthony kam rein.
'Man, hab ich wirklich geschlafen? Ich komme mir vor wie ein Mädchen!'
Hat er da gerade Mädchen gesagt?
Ich tat so als wenn ich es nicht gehört hätte.
Das werde ich ihm heimzahlen.
'Jayden! Komm endlich!'
Vom Schlafzimmer kam nur ein Stöhnen.
'Ja, sofort.'
Ich seufzte.