Racheengel

Abigail wurde ermordet.
Als Racheengel wiedergeboren, rächt sie sich an alle, die im Leben keine gute Vergangenheit haben.
Dabei erfährt sie die Wahrheit über ihren Mord und ist schockiert ...

Dienstag, 25. Mai 2010

Brasilien

'Kann ich heute ein wenig hier bleiben? Elijah und Anthony haben eine Besprechung.'
'Und so was fragst du mich? Abigail, also Bitte.'
Ich grinste ihn an.
Dann nahm ich einen Stuhl und setzte mich neben ihn.
'Ich könnte dir auch helfen wenn du willst.'
'Du kannst die Kunden beschäftigen. Oder ans Telefon gehen.'
Genau in dem Moment klingelte das Telefon.
Ich schaute James an. Er nickte mir aufmunternd zu.
'Hallo. Hier im Triple X. Hotel. Mein Name ist Ab .. Ava Carren. Wie kann ich ihnen helfen?'
Ich musste den Namen benutzen. James hatten wir eingeweiht, er war Elijahs bester Freund.
'Tu nicht so, Abigail.'
Mir stockte der Atem. Wo … Woher weiß er wie ich heiße?
'Abigail? Ich weiß leider nicht wer das ist.'
In meinem Hals bildete sich ein Kloß.
'Du kannst mich nicht verarschen.'
James schaute mich fragend an.
Ich legte den Hörer auf den Tisch.
'Da ist ein Mann am Telefon er hat nur ein paar Fragen ich regle das schon.'
'Okay, ich muss kurz im Büro nachschauen. Du weißt ja was du zu tun hast.'
Ich nahm den Hörer wieder an mein Ohr.
'Gut, das du ihm nicht die Wahrheit gesagt hast.'
Ich konnte nicht antworten. Mir fehlten sämtliche Worte.
'Du wirst jetzt genau das tun was ich dir sage.'
Ich nickte. Es war bescheuert aber ich wusste das er das sehen konnte.
'Deine zwei Freunde haben noch 4 Stunden. Das reicht mir.
Nimm deine Tasche. In der kleinen Innentasche findest du einen kleinen Kopfhörer.'
Ich nahm meine Tasche öffnete den Reißverschluss und da war wirklich ein kleiner Kopfhörer.
Ich steckte ihn in mein Ohr.
'Du bist schlau, Mädchen. Leg jetzt auf.'
Ich legte den Hörer auf seine Akkubox.
Durch den Kopfhörer konnte ich den Fremden weiterhin zuhören.
Wer ist das? Was hat er mit mir vor? Und wie zum Teufel ist er an meine Tasche gekommen?
'Geh durch den Hinterausgang raus. Siehst du den schwarzen Porsche? Steig ein.'
Ich suchte die Straße nach dem wagen ab und mein Herz schlug um auf 180 als ich ihn direkt vor meiner Nase halten sah.
Die Tür öffnete sich und ich stieg voller Sorge ein.
Neben mir saß ein Junge.Kein Mann wie ich vermutet hatte.
Vielleicht nur ein paar Jahre älter als ich.
Ich nahm den Kopfhörer ab.
Der Junge gab dem Fahrer ein Zeichen und der Porsche fuhr los.
'Ich .. ich muss dich doch ansprechen können.'
'Ryan.'
Ich sagte nichts.
Ryan beugte sich über mich, strich mir die Haare aus dem Gesicht und hielt mir etwas vor die Nase.
Den Geruch kannte ich schon.
'Schlaf gut Abigail.'
Alles wurde Schwarz und ich stürzte einen steilen Abhang hinunter aus dem ich nur ungern wieder raus kommen wollte. Ich kämpfte nicht gegen die ansteigende Müdigkeit an.
Ich ließ mich in den Abhang schubsen.
Er wurde immer tiefer. Und langsam bekam ich nichts mehr mit.

Ich wachte ungern auf.
Aber man konnte den natürlichen Kreislauf nicht umkehren.
Mein ganzer Körper schrie nur so vor Schmerzen.
Meine Arme und Beine waren an dicken Seilen befestigt und etwas war komisch an den Seilen.
Meine Handgelenke schmerzten so sehr.
Haben die das seil mit etwas ätzendem beschmiert?
Ich hob den Kopf und sah ein Tablett vor mir.
Was ist das alles?
'Oh, du bist aufgewacht Abigail.'
Ich sah Ryan vor mir.
Er trug einen weißen Kittel und Arzthandschuhe.
'Was … was willst du von mir?'
'Ich dachte mir wir machen ein kleines Spiel daraus. Andere würden es pervers nennen aber ich nenne es Vertrauen. Du antwortest mir auf meine Fragen und ich antworte auf deine.'
Mir war schwindelig.
In mir stieg etwas hoch und ich spuckte mindestens eine Handvoll Blut auf den Boden.
'Steven, Wisch das mal weg. Abigail konnte sich wohl nicht zurückhalten.
Abigail, ich hab wohl vergessen dir die Regeln bei diesem Spiel zu erklären.
Wenn dir etwas wie das hier eben wieder passieren sollte. Gibt es, nun Ja ein paar schmerzhafte Extras. Verstehst du?'
Schon wieder füllte sich mein Mund mit Blut.
So widerlich wie es ist, musste ich es wohl oder übel runter schlucken.
'Wie ich sehe verstehst du die Regeln.'
Ich sah wie er sich auf einen der Stühle setzte.
War es Einbildung?
'Erste Quiz Frage: Warum hast du Anthony und Ethan getötet? Katy war mir egal, aber warum die beiden?'
Ich verstand was er meinte.
'Ich musste es tun. Es war meine Aufgabe.'
Ich hörte ein Geräusch. Ein Piepen, bei Quiz Sendungen hörte man es immer, wenn Derjenige eine
falsche Antwort wählte.
Ich stöhnte auf.
'Leider zu ungenau.'
Er ging zu dem Tablett und holte eine Butterfly raus.
Er kam zu mir. Sah mir in die Augen.
Kein einziges Gefühl lag in ihnen.
Ich kämpfte nicht dagegen an. Ich konnte mich nicht wehren.
Es nicht aufhalten.
Das leise klicken der Butterfly war sozusagen der Startschuss in die Welt der Schmerzen.
Ich schloss meine Augen.
Die kalte Klinge berührte meine Haut und ein stechender Schmerz durch füllte meine Gliedmaßen.
Oder Muskeln? Ich konnte nicht mehr klar denken.
'Du kannst die Augen wieder öffnen.'
Ich sah den Boden.
Eine Pfütze Blut lag dort und es tropfte immer mehr.
'Steven, ich glaube du musst schon wieder wisch..'
Die letzten Worte konnte ich nicht mehr aussprechen.
'Schlaues Mädchen. So, jetzt wäre es noch schlauer wenn du meine erste Frage beantworten würdest.'
Du weißt bestimmt, das ich .. das ich schon mal tot war. Und als Racheengel wieder..'
'Mach dir daraus keine Mühen. Das weiß ich alles schon.'
Ich verlor fast das Bewusstsein.
'Ich musste sie töten. Es war meine Aufgabe. Sie haben mich getötet.'
'Glaubst du das reicht mir im Geringsten?'
Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und der Boden wurde komplett rot.
Ich hielt mich nicht mehr zurück.
Sollte er mich doch umbringen.
Meine Arme und Beine hingen fast herunter, wären da nicht die festen Seile.
'Ich denke es reicht. Aber das Spiel ist noch nicht aus. Das weißt du.'
Er nahm die Butterfly und ich schrie fast vor Schmerzen auf.



Währenddessen im Hotel:

'James, hast du Abigail gesehen?'
Anthony und Elijah gingen durch den langen Flur und kamen endlich bei James an.
'Sie war vor 3 Stunden noch an der Rezeption. Ich hoffe sie steht noch da.'
Die beiden tauschten einen misstrauischen Blick aus.
'Da waren wir gerade. Sie ist nicht da.'
Auch James wurde mulmig zu mute.
'Habt ihr beim Pool nachgesehen?'
Anthony schüttelte den Kopf.
'Sie ist nicht dort.'
Alle blickten sich um.
'Wo ist sie?!'
'Abigail!'
'Sucht ihr unten nach, ich bin oben.'
Elijah rannte die Treppen runter.
'Abigail?'
James und Anthony suchten hektisch in den oberen Stockwerken um.
Nach Zwei Stunden Suche gaben sie auf.
'Sie .. sie ist weg.'
Elijah setzte sich auf den Boden.
'Das darf nicht wahr sein.'


Irgendwo:

Mein Kopf wurde unsanft nach oben gehoben.
Mein Bauch verkrampfte sich.
Ich muss durchhalten. Halte durch!
'So, Quiz Frage Nummer Zwei: Warum bist du als erstes nach Brasilien geflogen?'
Ich verstand die Frage nicht.
Alles in mir schrie nur so danach einfach aufzugeben, doch ich musste das hier durchziehen.
'Ich dachte Ethan ist hier. Und er war hier.'
Schon wieder das Piepen.
Oh nein!
Doch er nahm nicht die Butterfly.
'Warte!'
Er drehte sich um. Mit einem fragenden Block.
'Was?'
Die Regeln, dachte ich.
'Die Regeln. Ich darf auch eine Frage stellen.'
Ich hörte ein Geräusch. Es kam wenn man etwas richtig beantwortete.
'Na, stell sie doch. Ich bin nicht unfair.'
'Warum fragst du mich das alles? Du weißt kennst doch sowie so meine Antwort.
Du bist Ryan. Vor Zwei Jahren, da … da hab ich dich doch abserviert oder?'
'Hör sofort damit auf! Du solltest nur eine Frage stellen, was machst du da?'
Ich ließ mich nach hinten fallen.
Wenn ich schnell genug bin, werde ich in Ohnmacht fallen.
Ich zappelte mich wieder auf.
Nein, die seile sind zu fest.
Viel zu fest.
Ryan kam mit einem Säbel Messer. Nannte man die Dinger so?
Ich stechender Schmerz durchzuckte meine Gliedmaßen.
Ich wurde erneut Ohnmächtig.

Freitag, 21. Mai 2010

Brasilien

'Er hat gesagt ich solle auf dich aufpassen. Und das Anthony und ich an deiner Seite stehen sollten.
Wir sollen auch aufpassen das du schön deinen Job machst.'
Ich musste lachen. Das war Jayden.
Mein Lachen ging in ein Schluchzen über und schon lag ich in Elijahs Armen.
'Wird schon wieder.'
Es rüttelte an der Tür.
Anthonys Kopf sah rein. Es sah lustig aus.
'Abi? Schon aufgewacht?'
Er kam rein und setzte sich neben mich. Ich nickte.
Er hielt mir eine kleine Tüte vor die Nase und ich musste lachen.
'Ist für dich.'
Er drückte sie mir in die Hand und ich guckte rein.
Ein kleines Geschenk lag darin. Eingepackt.
Ich holte es raus und öffnete es.
Ein Shirt steckte drin.
Ich faltete es auf und in schwarzer Schrift
I love Brasilia.
Drauf.
Ich drückte ihn einmal.
'Danke. Oh man, ich wollte schon immer so eins.'
'Ich weiß. Morgen ist unser Flug, Elijah kommt mit.'
Ich schaute Elijah an. Er grinste.
'Das darf nicht wahr sein!'
Das sollte sarkastischer klingen als es gemeint war.
'Abigail!'
Seit wann nennt er mich Abigail?
Ich hatte den Namen schon fast vergessen.
'Abi, zieh dich an. Wir gehen zum Hotel. Ich muss noch etwas machen.'
Wir müssten nicht hin, wenn er mitkommen würde.
Aber ich zog meine Sachen widerwillig an.
Ich ging ins Badezimmer um meine Haare zu kämmen und mich ein wenig zu schminken.
Im Spiegel sah ich ein Mädchen, das mir nicht sehr ähnlich sah.
Sie war hübsch, doch man sah ihr an das sie viel mitgenommen haben muss.
Ich wendete mich ab.
'Abi? Fertig?'
Ich ging zu Anthony und Elijah ins Wohnzimmer.
'Ja.'
Wir stiegen die Treppen runter und stiegen in Elijahs schwarze Limo ein.
'Elijah wie lange wird das dauern?'
'Ich muss mit Anthony in eine Konferenz um zu entscheiden wer das Hotel übernehmen wird.
Um die fünf Stunden.'
Fünf Stunden?!
Er sah wohl meinen Gesichtsausdruck.
'Du kannst ja zum Pool oder das Hotel ansehen. Was du gern magst'
Ich hatte meinen Bikini extra drunter angezogen.
'Der Pool klingt gut.'
Er lächelte mich an.
'Na dann ist ja gut.'
Wir kamen an.
Ich ging zuerst zur Rezeption. Dort wartete James auf mich.
'Hay, James. Wie geht es dir so?'
'Abigail! Auch mal wieder hier. Super!'
'Freut mich. Ich hab eine Frage.'
'Frag mich was du willst.'

Dienstag, 11. Mai 2010

Brasilien

Das kann nicht wahr sein.
Leider. Und jetzt musst du auch schon gehen. Die Zeit wird knapp.
Es wurde alles um mich herum schwarz.
Hatte ich meine Augen geschlossen oder war ich in einem schwarzen Loch?
Ich schrie und es half.
Ich stand neben Ethan.
Die Zeit schien nicht weiter zu gehen, denn niemand bewegte sich.
Und es fehlte eine wichtige Person.
Auf einmal ging die Zeit weiter.
Ich holte mein Messer raus, mit dem ich auch Andrew getötet hatte.
Holte raus und schnitt ihm mehrere Wunden in den Arm.
Er war sichtlich überrascht und schrie auf.
Ich stach ihm das Messer mitten ins Herz und er sank zu Boden.
Blut strömte aus seinem Mund heraus.
Ich sank mit. Hielt ihm am Kragen fest und schüttelte ihn durch.
'Solange du noch am Leben bist, musst du leiden! LEIDEN!'
Ich stach in seinen Magen ein.
Alles drehte sich.
Ich war wütend wie nie zuvor in meinem Leben.
Jemand packte mich fest am Arm und zog mich nach hinten.
Ich stach noch einmal ein.
Es bildete sich eine große Blutpfütze.
Ich wurde noch fester gepackt und lag schließlich in Elijahs Armen.
Ich weinte. Weinte. Konnte nicht aufhören.
Ethan lag tot vor uns da.
Doch nicht nur er.
Jayden war nicht mehr da.











'Abi, wach auf!'
Ich wurde kräftig durchgeschüttelt, konnte meine Augen aber nicht öffnen.
Ich wollte sie nicht öffnen.
'Lass mich in Ruhe.', murmelte ich unverständlich.
Jemand ließ sich neben mir nieder.
Elijah?
Es war mir egal.
Für mich war mein Leben jetzt in diesem Moment zu Ende.
'Ich weiß. Es ist ziemlich Hart für dich das du Jayden verloren hast. Für uns auch, aber wir müssen damit leben. Das Leben geht weiter, für uns alle. Du hast Ethan getötet, somit den letzten deiner Liste und jetzt musst du andere rächen. Wie Jayden. Tu es für ihn, verstehst du?'
Nein! Ich will es nicht verstehen.
'Verzieh dich.'
Er ging nicht weg.
'Ich bleibe hier. Du wirst jetzt mitkommen.'
'Das werden wir ja … Hay! Lass mich los!'
'Du wirst mitkommen.'
Er trug mich zum Wohnzimmer und ließ mich auf dem Sofa nieder.
Vor mir lag ein Tablett mit getoastetem Brot, Kakao und vieles mehr.
'Ich kann nichts essen.'
Elijah setzte sich neben mich hielt das Toastbrot in seiner Hand und fütterte mich.
Ich fühlte mich diskriminiert und weigerte mich meinen Mund aufzumachen.
Er hielt mir meine Nase zu und ich musste Luft holen, daraufhin steckte er das Toast in meinen Mund und ich musste, ob ich es nun wollte oder nicht, essen.
Er lächelte zufrieden.
'Wo ist Anthony?'
'In der Stadt. Einkaufen. Er wollte dir irgendein Souvenir mitbringen.'
Anthony war süchtig. In jedem Land in dem er war musste er ein Souvenir kaufen.
Er hatte in seinem Zimmer eine ganze Trophäen Sammlung.
Ich trank meinen Kakao in einem Zug leer und schaute Elijah herausfordern an.
Ich wusste das Jayden erst nach mir gestorben sein muss und vielleicht hatte er was zu den beiden gesagt.

Sonntag, 9. Mai 2010

Brasilien

Vor mir tauchte wieder dieses Licht auf.
Was passiert mit mir?
Bin ich tot?

'Ja.'
Wer ist da?
Ich musste es nicht einmal aussprechen. Der Engel, der mich auch letztens beraten hatte, konnte meine Gedanken lesen.
Du kannst meine auch lesen.
Oh! Sie sprach es nicht einmal aus.
Wo bin ich hier?
Erinnerst du dich nicht? Du bist im Himmel. Schon wieder. Du wurdest umgebracht, bevor deine Wunden heilen konnten. Und ich habe wieder einmal schlechte Nachrichten für dich.
Schlechte Nachrichten? Was für welche?
Du wirst zurück auf die Erde geschickt. Um den letzten auf deiner Liste zu töten. Doch nicht nur du bist gerade gestorben...
Was?! Wer noch?
Neben mir blitzte ein Licht auf und ich konnte nicht fassen wer neben mir stand.

Freitag, 7. Mai 2010

Brasilien

Wir gingen raus.
'Die Innenstadt ist nicht weit von hier. Wir gehen zu Fuß.'
Wir gingen also zu Fuß.
Die Stadt war wunderschön.
Es waren nur wenige draußen, aber alles leuchtete in den schönsten Farben.
Elijah bemerkte das ich über alles hier staunte:
'Wir gehen jetzt mal zu den bösen Kindern in Brasilien.'
Ich streckte ihm die Zunge raus.
'Ab ins Getto', flüsterte ich ihm sarkastisch zu.
Wir bogen in viele kleine Gassen ein und kamen dann zu den sogenannten 'Händlern'.
Die nannten sich so und waren in Wirklichkeit Händler von Drogen, Kindern einfach von allem.
'Du bleibst hier, Abi.'
Was?!
'Anthony', sagte ich sanft, 'Nein!'
Er zuckte zusammen und ich musste lachen.
'Glaubst du nicht wirklich das ich bei euch sicherer bin?'
Und außerdem muss ich ihn töten, wenn wir ihn finden. Nicht er.
Er gab sich geschlagen.
Schließlich ging ich vor.
Durch alle Gassen und sonstige Abzweigungen durch, zu dem Treffen.
Wir waren schwarze Gäste. Nicht eingeladen.
Doch sie würden es nicht einmal merken. Ich würde ihre kriminellen Gedanken einfach in den Hintergrund zwingen.
Ich ging in die Menschenmasse und schaute mir alle Leute ganz genau an.
Es waren hauptsächlich gut gebräunte Menschen bei.
Brasilianer.
'Ich dachte immer die haben keinen Schwarzmarkt hier.'
'Brasilien? Davon denkt jeder. Gut getarnt. Fast alle kommen hierher.'
Ich sah mich um.
Hinten bemerkte ich einen Jungen, der Ethan ähnlich sah.
Er beobachtete uns.
'Siehst du den ganz hinten, Jayden? Guck jetzt nicht so auffällig hin. Er beobachtet uns.'
'Hab ich auch schon gesehen. Ich bezweifle das es Ethan ist.'
Ich schon Jayden zur Seite und lief an ihm vorbei.
Sie verstanden was ich vorhatte und blieben dort.
Es wäre einfach zu auffällig. Wenn ich verschwinden sollte, würden sie mir nach Fünf Minuten folgen. Hoffte ich.
Der Junge sah das ich kam und ging in die hintere Gasse.
Ich rannte ihm hinterher.
Schreien durfte ich nicht, sonst würde alles auffliegen.
Er ging immer noch lässig als ob er mich nicht gesehen hätte.
Auf einmal blieb er ruckartig stehen.
Ohne sich umzudrehen sagte er völlig gelassen.
'Na, habt ihr mich gefunden?'
Ethan! Er ist es.
'Abi, er ist es!'
Jayden, Elijah und Anthony kamen mir hinterher.
'Ja, wie konntet ihr mich so schnell finden? Und du lebst?'
Ich setzte meinen nachdenklichen Blick auf.
'Zu viele Fragen auf einmal, Ethan. Zuerst, wir sind halt gut und können uns gut in andere Personen hinein fühlen. Und du warst so dumm und bist direkt nach Brasilien gefahren. Und nein, ich lebe nicht mehr.'
Er drehte sich um, fast schon zu schnell für meine Augen.
In seiner Hand blitzte etwas.
Ein Messer? Eine Pistole?
Und auf einmal spürte ich stechenden Schmerz in meinem Magen.
Ein Messer. Er hat zugestochen.
Mir wurde langsam schwarz vor Augen.
Nein! Ich darf jetzt nicht umkippen. Deine Wunde wird gleich verheilen, sagte ich mir.
Sie wird es. Bleib wach.
Doch ich konnte den natürlichen Zyklus nicht umstimmen und ich kippte um.
Hart schlug ich mit dem Kopf gegen einen Eisenbolzen auf bevor ich dann schließlich ohnmächtig wurde. Was danach passierte bekam ich nicht mit.

Sonntag, 2. Mai 2010

Brasilien

Ich löschte das Gespräch aus dem Laptop und schaltete ihn aus.
Dann packte ich ihn in den Rucksack.
Die Tür schloss ich auf, es sollte ja niemand merken was ich gemacht hatte.
Ich musste die ganze Zeit an Ethan denken.
Hätte ich an dem Tag Jayden nicht getroffen, was wäre dann passiert?
Hätte Ethan mich manipuliert?
Wäre ich dann nicht tot?
All diese Gedanken sammelten sich in meinem Kopf während ich langsam einschlief.
'Abi, wach auf. Abi?!'
Ich sah Jaydens Umrisse vor mir und öffnete meine Augen.
Sämtliche Muskeln schmerzten mir.
'Wie spät ist es?'
Ich suchte eine Wanduhr. Fans aber keine.
'Zehn Uhr. Zieh dich an.'
'Ich bin doch..'
Ich sah an mir herunter. Pyjama. Seit wann hatte ich den denn an?
'Ich bin kurz reingekommen, du warst schon am schlafen und ich dachte es wäre bequemer.'
'Schon gut, Jayden.'
Ich zog den Pyjama aus und zog mir eine schwarze Hose und ein dunkles Top an.
Es war schon kalt also holte ich meinen Cardigan und zog ihn an.
'Ich zieh mich schnell an und wecke Anthony. Geh du schon mal zu Elijah.'
Ich nickte ihm zu. Das würde jetzt mehr als 20 Minuten dauern.
Und ich war müde. Sehr müde.
Wenn wir Ethan nicht finden würden, werde ich in foltern.
Das verdient er.
Ich setzte mich auf eines der langen Sofas.
'Musstest du dich so einquetschen?'
Was? Ich drehte mich um und sah das ich fast auf Elijahs Schoß saß.
'Schuldige.'
Ich rutschte zur Seite.
'Nicht das es mich stört. Ich mein... Ach, egal.'
Ich musste lachen.
'Sollte das ein Flirt werden?'
Er wurde rot.
'Ich bin glücklich mit Jayden. So sehr es auch schmerzt, das musst du verstehen.'
'Ich weiß.'
Anthony kam rein.
'Man, hab ich wirklich geschlafen? Ich komme mir vor wie ein Mädchen!'
Hat er da gerade Mädchen gesagt?
Ich tat so als wenn ich es nicht gehört hätte.
Das werde ich ihm heimzahlen.
'Jayden! Komm endlich!'
Vom Schlafzimmer kam nur ein Stöhnen.
'Ja, sofort.'
Ich seufzte.

Freitag, 30. April 2010

Gegenwart

'Dauert es lange?'
'Nein, sind schon da.'
So schnell?! Man, die ärgern mich bestimmt schon wieder.
Jayden hielt mir die Tür offen und ich stieg aus.
Im Auto war es erheblich kühler.
Wir gingen in sein Fünf Sterne Hotel und er gab uns die Schlüssel für die Präsidentensuite.
'Wir verdienen die Präsidentensuite?!'
Er nickte.
'Ihr zählt bestimmt als meine Familie. Klar!'
Ich musste lachen. Er war so niedlich.
Ich legte meinen Koffer aufs Bett und packte aus.
Shorts, Tops, alles für den heißen Sommer.
Und falls wir in Brasilien nicht fündig werden?
Wir mussten Ethan finden.

Es war schon Abend.
Ich war etwas müde, was eigentlich ziemlich komisch war, denn ich war eine Untote wie konnte ich dann müde sein?
Ich mache mir am besten keinen Gedanken mehr darüber.
'Ist es in Brasilien Nachts nicht am schönsten?'
'Worauf willst du hinaus? Es ist gerade mal Abends und du willst jetzt schon raus? So finden wir ihn nie!'
'Das meine ich nicht. Ich wollte nur damit sagen, ob wir nicht etwas Spaß haben könnten.'
'Abi, bist du nicht die, die am vernünftigsten von euch dreien ist?'
'Ja, warum?'
'Weil du gerade gesagt hast, das du raus gehen willst.'
Was will der denn damit sagen?!
'Elijah, Jayden und Abi sind immer so. Es ist am besten wenn du dich da raus hältst.'
Eine Unterhaltung zu Viert war nie besonders.
'Ich gehe ins Nebenzimmer. Schlafen.'
'So früh? Ich dachte du willst raus.'
Ich musste lachen.
'Jetzt nicht mehr. Weckt mich, wenn ihr geht.'
Ich ging ins Schlafzimmer und schloss die Tür ab.
Natürlich wollte ich noch nicht schlafen gehen.
Ich holte meinen Laptop aus meiner Reisetasche heraus und klappte ihn auf.
Ich öffnete einen Videochat und schaltete meine Webcam an.
'Hay, Grace.'
'Abigail, da bist du endlich.'
Grace war eine meiner besten Freundinnen.
Am Tag nach meinem Besuch beim Friseur musste ich einfach zu ihr gehen und ihr alles erzählen.
Ich kannte sie besser als Kate.
'Und wie war euer Flug?'
'Gut. Hast du ein paar Informationen gefunden?'
Sie nickte.
'Eine Menge. Und ich weiß wo er vor einer Woche war.'
Ich wurde neugierig. Eine Woche ist lang, aber hilfreich.
'Brasilien.'
'Was?!'
Ich schrie fast.
'Sei leise, die hören dich noch. Glaubst du er ist immer noch hier?'
Ich weiß nicht.
'Ich glaub nicht. Aber es könnte sein. Ethan ist bestimmt vorsichtig und würde nicht so lange in diesem Land bleiben. Ich mein, jeder würde zuerst hier suchen. Mehr weißt du nicht?'
Sie schüttelte den Kopf.
'Ich könnte von mir aus nach Japan. Da könnte er auch sein. Aber du willst es ja nicht.'
'Nein! Ich kann dich nicht unnötig in Gefahr bringen!'
'Ich weiß. Ich muss jetzt los. Hier ist es schon spät. Gute Nacht.'
'Danke. Gute Nach Grace.'

Donnerstag, 29. April 2010

Gegenwart

'Heiß hier.'
Wir holten unser Gepäck vom Fließband und mieteten uns ein Auto.
'Lass uns am Abend suchen. Innenstadt. Wir sollten uns erstmal im Hotelzimmer ausruhen.'
'Klingt gut.'
Wir gingen zum Fünf Sterne Hotel, dass uns Anthony reserviert hatte.
'Elijah wartet bestimmt schon.'
Elijah war Anthonys bester Freund. Er ist vor Vier Jahren nach Brasilien ausgewandert.

Anthony meinte, er würde sich bestens auskennen und wissen wo Verbrecher sich herumtreiben würden. Ich hoffe, wir können ihm vertrauen.
'Da ist er doch!'
Vor einer schwarzen Limousine stand ein junger Mann, vielleicht so alt wie Anthony.
Braune Haare, super Figur, ganz Klar er war ein Freund von Anthony.
Sie sahen sich ziemlich ähnlich.
'Bruder. Lange nicht gesehen.'
Sie umarmten sich. Dann sah er mich an.
'Du sagtest sie wäre...'
'Ja, ob du es glaubst oder nicht. Sie ist tot.'
'Ziemlich hübsch für eine Tote.'
Ich wurde rot. Wenn das so weitergehen sollte, würde ich abhauen.
'Ich bin Elijah. Freut mich dich kennen zu lernen.'
Ich drückte seine Hand.
'Jayden, alter Kumpel, was geht ab?'
Jayden kannte ihn?
'Nichts. Du bist ja ziemlich reich geworden.'
'Hab mein Geld für richtiges ausgegeben. Steigt ein.'
Er hielt uns die Tür offen und wir stiegen ein.
Es war ziemlich hell. Fast schon eine eigene Party.
Es gab einen Tisch mit Alkohol und anderen Cocktails, die ich nicht kannte,
Ledersessel und einen Neon pinken Teppich.
'Wo fahren wir hin?'
'Zum Hotel?!'
Waren wir nicht gerade vor einem?
'Das da vorne ist es nicht, Abi. Wir fahren zu seinem Hotel.'
Ja dann.
'Wo wollt ihr anfangen zu suchen?'
'Innenstadt. Wo würde er sich denn deiner Meinung nach verstecken?'
'Ich weiß es nicht. Ich kenne bisher nur seinen Namen aber er hat sich bestimmt schon einen anderen ausgedacht. So wie du, du nennst dich doch Ava oder?'
'Wenn es sein muss, ja. Vielleicht sollten wir doch erst die Hotels ab checken. Nach Leuten, die so aussehen wie er.'
'Da gibt es nur leider das Datenschutzgesetz.'
'Sie hat Fähigkeiten Elijah. Vertrau ihr!'
'Ja schon gut.'
Wir fuhren los.

Mittwoch, 28. April 2010

Gegenwart

16:10 Uhr. Brasilien.

Das ist unser Flug. Wir gingen in den Flur, wo die Hostess stand, gaben ihr unsere Tickets und gingen weiter.
'Schönen Flug noch.'
Das sagte sie zu jedem.
Wir gingen durch den Flur zum Flugzeug.
Auch dort wünschte man uns einen schönen Flug.
Reihe 10. Wo ist sie?
Jayden fand sie.
'Leute, hier.'
Ich setzte mich in die Mitte.
Anthony rechts und Jayden links.
In 20 Minuten fliegen wir los.
'Ich hoffe wir finden den Mistkerl.'
'Mach dir da mal keine Sorgen.'
Sorgen!? Ich drehte fast am Rad. Ich musste ihn finden. Musste.
Und was ist, wenn er nicht in Brasilien ist?
Wir vermuteten es jedenfalls.
'Das Hotel ist gar nicht weit vom Flughafen. Wir können bis dahin laufen.'
'Okay.'
Jayden und Anthony unterhalten sich und ich hab es nicht einmal gemerkt.
'Abi? Willst du was trinken?'
Ich sah mich um. Vor mir stand eine Stewardess und lächelte mich sanft an.
'Ja bitte eine Cola.'
Sie gab mir den Becher und ich stellte in auf das Tablett vor mir.
'Ich bin noch nie geflogen.'
Jayden sah mich erstaunt an.
'Doch bist du!'
Ich dachte nach.
Wann bin ich...?
'Das zählt aber nicht! Und außerdem bin ich nie damit umhergeflogen. Ich hab sie nur dir und Anthony gezeigt. Mehr nicht!'
'Meinst du deine Flügel?'
Ich nickte.
'Abi, das zählt.'
Wollen die mich ver...?
Sie lachten. Sie lachten mich aus.
'Macht mich nicht wütend. Noch kann ich sie nicht kontrollieren.'
Jayden umarmte mich.

Meine Damen und Herren.
Wir setzten in fünf Minuten zum Start an.
Bitte denken sie an die Sicherheitsbedingungen.
Wir wünschen ihnen noch einen schönen Flug.

Ich schnallte mich an.
Zog fester daran.
'Willst du dich umbringen? Mach das Ding lockerer!'
Ich nahm die Schnalle von Anthony und zog so fest wie möglich daran.
Die von Jayden war fest genug.
'Wir wollen ja nicht das du so endest wie ich.'
'Lustig. Wenn du noch ein bisschen fester ziehst ende ich so wie du.'
'Du bist so sarkastisch!'
'Ich mag dich auch.'
Wir flogen ca. fünf Stunden.
Als wir vom Flugzeug stiegen strömte heiße Luft in mein Gesicht.

Dienstag, 27. April 2010

Gegenwart

'Was..was hast du mit Andrew gemacht?'
Ich schaute weg. Es war mir peinlich.
Vorher hatte ich gesagt, das ich ihn am Leben halten würde.
'Du hast ihn umgebracht?'
Ich schaute in Jaydens Augen.
'Damit müssen wir dann wohl leben.'
'Du bist also nicht sauer oder so?'
'Nein, dieser Mistkerl hat es verdient.'
Ich kuschelte mich an ihn.
Mir kamen die Tränen. Er wischte sie mir weg.
Anthony sagte nichts, er wusste was in mir vorging. All diese gemischten Gefühle.
Trauer, Wut, Angst...
Ich konnte nicht anders als weinen. Weinen, das tat gut.
Und vor allem wenn man so tolle Freunde, wie Jayden und Anthony hat.
'Ich liebe dich.'
Ich wusste das er mich auch liebte.
'So wie ich dich.'
Ich wischte mir die Tränen weg. Ich musste stark sein.
'Ich hab Hunger. Habt ihr was zu essen?'
Anthony zeigte in die Küche.
'Essen ist in der Küche.'
Ich löste mich von Jayden und ging in die Küche.
Dort lag Spaghetti auf dem Tisch.
Ich aß sie auf und dachte über alles nach, was Andrew mir erzählte.
Ethan. Der Name ging mir nicht durch den Kopf.
Hat Andrew die Wahrheit über ihn gesagt?
Ich musste es herausfinden. Sehr bald.
'Anthony?'
Er kam in die Küche, gefolgt von Jayden.
'Was ist?'
'Ist Ethan noch in der Stadt?'
Er schüttelte langsam den Kopf.
'Er ist kurz vor Andrew abgehauen. Ich weiß nicht wohin. Ethan ist schlauer als Andrew, hat bestimmt das Land verlassen.'
Das Land?!
'Das kann nicht sein, so schnell ist doch niemand!'
'Abi, denk doch mal nach! Ethan hat Beziehungen, der könnte nach China fliegen ohne großartig zu bezahlen!'
Das stimmte. Leider.
'Ich muss ihn finden. Er ist der letzte auf meiner Liste. Hoffe ich.'
'Das wirst du aber nicht alleine machen. In einer Woche geht es los.'
'Anthony?! Nein! Ihr .. ihr könnt nicht mit. Das ist viel zu gefährlich. Ich will das nicht.'
'Abi, ich war fast zwei Jahre im Knast, hab ein unschuldiges Mädchen überfahren, was willst du noch? Es ist nicht wegen der Gefahr. Du willst nicht das wir dich sehen, wenn ..wenn du so ..'
'Wenn ich so, was?!'
'Als Racheengel bist du doch mit voller Wut betankt oder nicht? Und Ethan wirst du ganz sicher quälen! Du willst nicht das wir dabei sind. Das wir dich so sehen. Du kannst jetzt dein wahres Ich nicht verstecken!'
Diesmal war es Jayden der sprach.
Ich schaute weg. Es war mir peinlich, er hatte alles ausgesprochen, was ich dachte.
'In einer Woche geht es los.', brachte ich mühsam hervor.
Ich konnte es nicht fassen. Eine Woche hatten wir damit verbracht unsere Sachen zu packen und einen Plan zu schmieden, wo wir hinfahren würden.
Unser Ziel, Brasilien.
Wir buchten einen Hinflug für drei Personen. Es war nicht teuer, denn Anthony kannte dort ein paar Leute.
'Ich bin aufgeregt.'
'Warum? Noch nie geflogen?'
Ich schüttelte den Kopf. Er gab mir einen Kuss auf die Wange.
'Wird schon Abi. Kommt jetzt.'
Wir gingen Anthony hinterher
Dem Polizisten gaben wir unsere Ausweise.
Ich hatte Angst, wir hatten extra einen Flug weit weg von Kingsport gebucht.
'Jayden Brown, Anthony Blair und Abigail Dearing. Ich glaube ich habe deinen Namen einmal in den Nachrichten gehört.'
Ich schaute verwirrt.
'Es gibt viele Schauspielerinnen, die so heißen.'
Er lächelte.
'Bestimmt. Schöner Name. Viel Spaß beim Flug. Alles Okay.'
'Danke schön.'
Danach gingen wir zu den vielen Fließbändern, legten unser Handgepäck drauf und gingen einzeln durch die Metalldetektoren. Nichts blinkte.
Ein weiterer Polizist begutachtete unsere Kleidung und nickte uns lächelnd zu.
'Bitte da weitergehen.'
Wir holten unser Gepäck und setzten uns auf die Bänke.
'Alles gut gegangen. Ich hatte ein ziemlich komisches Gefühl, als er meinte dich zu kennen.'
'Da warst du nicht der einzige, Jayden.'
Ich musste lachen.
'Es gibt da so ein paar Fähigkeiten, die wir Engel beherrschen.'
Beide schauten verwirrt und gleichzeitig ängstlich zu mir herüber.
'Ich habe seine Gedanken manipuliert. Mehr nicht.'

Sonntag, 25. April 2010

Gegenwart

Ich sah ihn kurz an, doch ich musste jetzt alles aus ihm ausquetschen.
'Was habt ihr mit mir vor einem Monat gemacht?'
Zuerst dachte ich er würde sich anstellen, doch es floss nur so aus ihm raus.
Was für ein Feigling. Ich nahm den Verband vom Mund.
'Ich...wir waren alle so sauer auf dich und neidisch.'
Ich klatschte meine Hand in sein Gesicht. Man sah noch meinen Abdruck.
'Kate, ich, Ethan halt. Ich..ich darf eigentlich nichts sagen.'
Ich gab ihm noch eine Back pfeife.
Es fing schon fast an zu bluten.
'Ethan, also? Deswegen sollte er mich vor vier Wochen anmachen, damit ich ihm alles erzähle?'
Er nickte. Wie sollte ich ihn töten?
Schnell und schmerzlos oder ich ließ ihn leiden.
'Vor drei Wochen haben wir dich unter Drogeneinfluss gesetzt. Aber nach einer Woche bist du irgendwie abgehauen. Ich glaube Jayden hat dich gefunden. Dann haben wir ihm Tabletten in sein Getränk getan und er hat alles vergessen, dann bist du gestorben und..'
Es würde nichts mehr bringen.
Ich nahm das Messer aus meiner Tasche. Es blendete sein Gesicht und er blinzelte Stark.
Das hatte den gewünschten Effekt.
'Du kannst mich doch nicht töten!'
'Warum? Kate ist auch gestorben, ich dachte nur daran, ob du nicht vielleicht zu ihrer Beerdigung auftauchen willst. Oder willst du sie gleich da oben treffen?'
Ich hielt das Messer hoch in die Luft.
Er konnte es nicht fassen und ich musste lachen.
'Na, du hättest nicht gedacht, das du alles zurück kriegst oder?'
Er schüttelte den Kopf.
Wie ein kleiner Köter winselte er. Was für ein Depp.
Ich nahm das Messer und hielt es an seine Kehle.
Er zitterte und mich amüsierte es köstlich.
'Stirb schön, denn ich brauch das nicht zu machen. Dir reicht diese Art von Rache.'
Ich ging Richtung Tür und ich hörte wie er ausatmete.
Er dachte das sein Leben sich jetzt ins Gute wenden würde und das machte mich wütend.
In mir breitete sich eine Wut aus, die ich nicht kannte.
Es bebte nur so in mir.
Ich drehte mich um und schleuderte das Messer direkt in sein Herz.
Ihm blieb die Luft aus. Und er starb.
Langsam und gequält.
Ich ging nicht aus der Haustür, sondern sprang vom Fenster.
In der Luft breitet ich meine Flügel aus und flog zum Auto.
Der Tankanzeiger zeigte noch genügend Benzin.
Also wäre eine Spritztour nicht schlecht.
Wohin?
Dann fiel mir etwas ein, was ich machen wollte.
Ich fuhr zum besten und leider auch teuersten Friseur in der Gegend.
Ich hoffe ich konnte ohne Termin rein.
Ich nahm meine Tasche, mit sehr viel Geld drin.
Das wird teuer.
'Guten Morgen.'
Ein sehr gepflegter Man schüttelte meine Hand.
'Haben sie einen Termin?'
'Nein, leider nicht.'
Ich sah mich um, niemand war da. Wahrscheinlich weil es schon spät war oder zu teuer.
'Das macht nichts, wir haben gerade keine Kundschaft. Was hättest du denn gern für Veränderungen?'
Ich zeigte ihm meine langen Haare.
'Oh, lange schöne Haare. Sollen die ab?'
'Ich dachte mehr an eine andere Haarfarbe und die Spitzen abschneiden?'
'Geht klar.'
Er führte mich zu den Waschbecken und legte mir einen Kittel um.
Dann gingen wir in den hinteren Teil und er zeigte mir eine Karte voller Haarfarben.
Wie soll ich mich denn entscheiden?
'Welche Haarfarbe würden sie denn nehmen?'
Er zeigte auf die dritte Reihe und mir wurde etwas mulmig zu Mute.
'Wirklich? Die würde mir stehen?'
Er nickte.'Dann schneiden und färben sie mal los.'
Es dauerte etwas länger als geplant, doch am Ende sah es richtig gut aus.
Ich gab ihm das Geld und ging raus.
Ich wollte mir noch eine dunkle Sonnenbrille kaufen.
In dem Laden nebenan kaufte ich mir eine große Sonnenbrille, bezahlte sie und stieg ins Auto ein.
Jetzt musste ich langsam wieder nach Hause, die beiden würden sich schon Sorgen machen.
Ich fuhr die Schnellstraße entlang und kam recht schnell an.
'Jayden, wo bist du?'
'Hier. In der Küche.'
Ich ging langsam in die Küche.
Aber Anthony war etwas schneller.
'Abi ?! Wie..wie siehst du denn aus?'
'Der Friseur meinte, das würde mir stehen!'
'Oh mein Gott! Abi ?! Das bist nicht du!'
Ich nahm die Sonnenbrille ab.
Meine hellbraunen Haare sahen also schlecht aus.
'Nein! Du siehst richtig geil aus!'
Ich grinste.
'Danke.'

Freitag, 23. April 2010

Gegenwart

Ich fuhr mit Anthonys Wagen den Highway 22 entlang.
Er sagte, er würde auch mit dem Bus zurechtkommen.
Ich fuhr aber nicht zu Andrew.
Ich fuhr nach Virginia, zu meinem Dad.
Er ist verstorben seid ich 14 bin.
Ich mochte ihn sehr und vielleicht werde ich ihn bald sehen.
Dann kann ich ihm alles erzählen und vielleicht wird er auch stolz auf mich sein.
Er wollte immer das ich sehr erfolgreich im Leben werde, wie er.
Er war Reporter, seinen eigenen Tod konnte er nicht veröffentlichen. Zum Glück.
Meine Mutter und ich wollten es auch nicht an die Öffentlichkeit bringen, doch irgendwie kam es trotzdem dazu. Als wenn mein Vater wollte, das die Welt erfährt, das es schlimmer Menschen auf diesem Planeten gibt.
Ich danke dir dafür Dad!
Am Friedhof angekommen ging ich direkt zu dem Gab meines Vaters.
Ich kniete mich auf die Wiese. Wir hatten sie extra anlegen lassen.
Mein Vater mochte die Natur.
Ich nahm die Gießkanne ging zum Wasserhahn und lief wieder zum Grab.
Ich bewässerte die ganzen Blumen und die kleine Wiese, eine Stelle ließ ich trocken.
Ich wollte ja nicht nass werden.
Dann fiel mir ein kleiner Teil meiner Vergangenheit ein.

'Daddy, du hast mich voll blamiert. Niemand sagt mehr zu einem 14 jährigen Teenager 'kleine Prinzessin' mehr. Die anderen werden mich eine Woche hänseln.'
'Aber du wirst immer meine kleine Prinzessin bleiben, Schatz.'
'Ja, das weiß ich. Auch wenn ich alt und weise bin.'
Ich küsste ihn auf die Wange.
'Trotzdem bist du der beste Vater auf dieser Welt. Aber ich werde dich neben deinen Kollegen 'Big Daddy' nennen.'
Er lachte.
'Dann sind wir ja quitt.'

Er hatte mich damals von einer Poolparty abgeholt.
'Big Daddy, ich liebe dich.'
Dann ging ich wieder zurück ins Auto.
Und jetzt musste ich zu Andrew.
Und mein Vater würde mir helfen, das wusste ich.
Ich fuhr langsam, nahm auch die Landstraße.
Ich hatte Zeit.
Ich musste ganz Virginia absuchen.
Erst den Süden oder eher Norden?
Denk wie ein Mörder!
Süden. Das war weiter weg und da würde er auch hinfahren.
Im Internet stand, das dort ein altes Ehepaar namens Johnson wohnte.
Die Großeltern?
Wahrscheinlich.
Doch ich konnte nicht zu ihnen und sagen das ihr Enkel mich umgebracht hätte.
Die würden doch die Polizei rufen.
Oder die Leute aus einer Klapse. Da gehöre ich auch hin.
Aber eins ging mir immer noch durch den Kopf, Andrew und Kate allein konnten es nicht sein.
Ich stand vor dem Haus in dem die Johnsons wohnten.
Soll ich klingeln?
Ohne weiter nachzudenken drückte ich die Klingel und wartete.
Wenn ich Glück habe, ist jemand zu Hause.
Die Tür ging auf. Eine alte Frau streckte ihren Kopf aus der halb geöffneten Tür.
'Mrs Johnson?'
'Ja, wer sind sie?'
'Ist Andrew Johnson ihr Enkel?'
Sie nickte.
'Ich bin eine Freundin von ihm, wir haben uns lange nicht gesehen, ist er da?'
'Ja, ja komm rein.'
Sie war aufgeregt, als ob noch nie jemand bei ihnen zu Besuch da war.
Oder lange blieb, denn das Haus war ziemlich modern, für solch alte Leute.
Waren sie reich? Und dann sah ich das, das nur Fassade war.
Nur die Diele war modern, der Rest war langweilig.
'Er ist oben, seit kurzem wohnt er hier, geh einfach die Treppen hoch und das Zimmer links.'
'Danke.'
Ich ging die Treppen hoch, bei jedem Schritt knarrten sie.
An der Tür stand in Graffiti Schrift Andrew.
Angeber.
Ich holte noch einmal tief Luft und dann klopfte ich an die Tür.
'Komm rein, Oma.'
Ich öffnete die Tür und ging rein.
'Leider nicht Omi. Dafür aber was viel besseres.. Erkennst du mich?'
Er war sichtlich schockiert.
'Das kann nicht sein, nein das kann nicht sein! Wir haben dich doch umgebracht. Wie..wie bist du hier?'
'Mich wirst du nicht so leicht los, Johnson. Du dachtest du hättest mich ausgelöscht, was?'
Ich lachte spöttisch.
Dann rannte ich blitzschnell um den Stuhl, auf dem er saß, band ihn mit dem Draht, das ich in meiner Hosentasche aufbewahrte fest und band seinen Mund zu.
Dadurch das ich jetzt ein Engel war, hatte ich besondere Fähigkeiten, hatte ich bemerkt.
'Da staunst du, was?'
Er sah ziemlich übermüdet aus und hatte tiefe Augenringe.

Donnerstag, 22. April 2010

Gegenwart

Durch die Hintertür stieg ich ein. Schon wieder.
Kate war zu Hause.
'Ist da jemand?'
Ich versteckte mich in der Küche, schloss die Tür und holte ihr ein Glas Wasser raus.
Dann nahm ich das Gift, dass mir Anthony vorher mitgegeben hatte.
Ich wollte nicht wissen, wofür er das brauchte.
Ich schüttete alles rein und vermischte es.
Dann setzte ich mich auf einen der Barhocker und wartete.
Sie würde schon nachgucken. Auch hier.
Die Tür ging langsam auf. Niemand war da hinter.
Erst dann kam Kate rein.
'Abigail?! Was machst du denn hier? Ich..ich dachte du wärst..'
'Tot?!'
'Ja, ich mein. Du bist damals vor zwei Wochen irgendwie abgehauen. Obwohl du mit Drogen vollgetankt warst. Andrew war richtig sauer und..und..'
Okay, die Drogen waren es also. Deswegen konnte ich mich nicht erinnern.
Sie erzählte mir noch etwas, aber es war mir vollkommen egal. Ich dachte nur an das Wasser mit dem Gift.
Sie musste es trinken.
In mir loderte eine der heißesten Flammen und ich wünschte mir fast sie würde es einfach so trinken.
'Kate, musst du immer noch Schmerztabletten nehmen?'
'Ab und zu ja. Warum?'
'Trink!' Ich schrie es fast aus.
Sie trank alles in einem Zug und weg war das Gift.
Anthony sagte mir es würde nicht einmal zehn Minuten dauern.
Sie rang schon nach Luft. Noch Neun Minuten.
'Was..was ist das?'
'Gift, und jetzt hör mir zu. Du hast schon ein paar Informationen aus geplappert so blöd wie du bist.
Lebt Andrew noch?'
Sie nickte. Sie sagte noch etwas wie ein Dankeschön und ich nickte ihr zu.
Dann ließ ich sie allein und ging weg.
Ich hatte meine ehemalige Freundin umgebracht.
Du musstest es tun.
Ich ging zurück zu Anthony.
'So schnell wieder zurück?'
Ich schaute ihn nicht an.
'Du musstest es tun, so schlimm wie es sich auch anhört es ist nun deine Berufung.'
Ich grinste ihn an.
'Du kommst ja besser zurecht als ich.'
'Ich dachte nur nach, wenn du jetzt all deine Mörder findest, wirst du ja bald andere im Himmel verteidigen. Gehst du auch zu Madison gehen?'
Wie meinte er das denn? Dann fiel mir der Zeitungsartikel wieder ein und Tränen stiegen mir in die Augen.
Ich schüttelte heftig den Kopf.
'Ich würde lieber alle Seelen auf dieser Welt verrotten lassen ,als dich umzubringen Anthony.'
Er nickte und lächelte mich an.
'Sieh mal wer aus dem Krankenhaus gekommen ist. Ich hab ihm schon alles erzählt.'
Jayden kam aus der Küche und ich unterdrückte nicht einmal die Tränen.
Er kam zu mir und wir küssten uns.
'Ich hab dich so vermisst.'
Er nickte.
'Ich dich auch. Schade das du gestorben bist.'
Ich musste einfach lachen. Und er grinste mich an.
'Hast du deine Freundin..?'
Ich schaute weg und er drückte mich noch näher an sich.
'Tut dir denn nichts weh?'
Ich sah wie er das Gesicht verzog als er mich umarmen wollte.
'Mein Kopf brummt und ich hab mir meine Schulter ausgekugelt.
Die Ärzte haben sie wieder reingekriegt aber es tut immer noch weh.'
'Setz dich lieber hin.'
Ich setzte mich neben ihm und er kuschelte sich an mich.
Es war toll wieder mit ihm zusammen zu sein.
'Anthony hat mir erzählt, das du einen groß teil deines Lebens vergessen hast.
Der komische Teil, ich weiß auch nur das ich dich angerufen hab und wir dann den Unfall hatten.'
'Ich hab von Kate erfahren das ich zwei Wochen unter Drogen stand und ich dann irgendwie geflüchtet bin. Vielleicht haben sie das gleiche mit dir gemacht.'
Selbst der Gedanke daran war widerlich, was sie alles mit uns angestellt haben könnten.
'Kann sein. Glaubst du das Kate?'
Ich sah ihn an. Ernst.
'Ja. Sie kann mich nicht anlügen ohne dabei rot zu werden.'
Er nickte. Anthony und Jayden vertrauten mir. Und ich ihnen.
'Und jetzt?'
'Musst du Andrew suchen. Er ist schon aus der Stadt geflüchtet, seid einer Woche ist er weg.'
Und ich wusste wo er sich verstecken würde.

Mittwoch, 21. April 2010

Gegenwart

Hier sah ich das erste mal Jayden.
Fast hätte ich angefangen zu weinen.
Dann ging ich zu den Häuserblocks in der Nähe.
Blair.
Ich läutete einmal.
Niemand ging ran. Ein zweites mal. Niemand.
Dann sah ich hinten im Garten nach. Die Glastür war offen.
Ich drückte sie nach innen und beim dritten mal schaffte ich es endlich.
Hat mich jemand gesehen? Ich schaute mich um.
Nein, niemand da.
Ich schaute mich im Haus um, Anthony war nicht zu Hause.
Also hatte ich Zeit nachzudenken.
Der Fernseher war aus, ich machte ihn an und sah Nachrichten.

Jayden Brown und seine Freundin Abigail Dearing erlaubten sich wohl eine Spritzfahrt am Highway 5. Das Auto verlor die Kontrolle und hat sich mehrmals überschlagen.
Jayden liegt derzeit im Krankenhaus. Abigail wurde noch nicht gefunden.
Die Polizei ermittelt noch. Sie befürchten sie ist gestorben und irgendwo in einem See untergegangen. Die Familie und Bekannten wurden benachrichtigt...

Ich drückte auf die Fernbedienung und laute Musik kam aus einem anderen Kanal.
So was konnte ich nicht hören. Meinen eigenen Tod.
Die Tür ging auf.
'Abigail? Was.. was machst du denn hier? Die ganze Stadt sucht nach dir!'
'Anthony, hör zu. Ich..mit mir ist was ganz komisches passiert. Am besten ich zeig es dir.'
Ich stand auf und versuchte meine Flügel auszubreiten. Es klappte.
Er riss den Mund weit auf.
'Das..das kann nicht sein. Das gibt’s nicht.
Ich ließ sie wieder verschwinden.
'Ich bin als Racheengel wieder zurückgekommen, deswegen kann mich eigentlich niemand finden. Ich brauche einen Schlafplatz. Könnte ich vielleicht..?'
'Abi, sicher. Das.. das kommt nur so plötzlich. Weiß Jayden davon?'
'Nein. Er schlief als ich bei ihm war. Ich hab ihm aber eine Nachricht hinterlassen.'
'Okay. Ja, was musst du denn als Racheengel machen?'
'Dafür brauche ich erstmal deine Hilfe. Anscheinend habe ich den wohl wichtigsten Teil meines Lebens vergessen. Also es war kein einfacher Unfall. Ich dachte, zuerst gehe ich zu Kate.
Was meinst du? Und die Antwort auf deine Frage, ich muss zuerst alle die mich getötet haben bestrafen, danach an alle 'bösen Menschen'. Und genau den Teil hab ich vergessen, ich weiß nicht wer es war.'
'Ich weiß es auch nicht. Ich weiß nur das du und Jayden vor einem Monat weggefahren seid. Und jetzt bist du wieder zurück. Jayden kommt morgen aus dem Krankenhaus.Geh erstmal zu dem Flittchen, die hab ich lange nicht mehr gesehen.'
'Okay. Ich gehe jetzt. Danke Anthony. Und bitte, erzähle es niemandem.'
'Abi, du kannst auf mich zählen, das weißt du.'
Ich ging raus, aber blieb in den Gassen. Es war helllichter Tag und jeder konnte mich sehen.
Ich musste mir einen neuen Style zulegen, damit mich niemand erkennen konnte.
Ich überlegte dies, während ich immer näher zu Kates Haus kam.
Schwarze Haare? Blond würde mir auch gut stehen. Dann hatte ich die Lösung.
Hellbraune Haare mit Schokobraunen Strähnchen und eine fette Pilotenbrille.
Ich musste lachen.

Montag, 19. April 2010

Gegenwart

Doch jetzt, musste ich meine Geschichte herausfinden.
Was meinte das Wesen eigentlich mit den Flügeln?
Ich hab doch keine.
Aber da war etwas. Ich spürte etwas anderes an meinem Körper.
Die Flügel. Wie soll ich die denn ausbreiten?
Die konnte mir wenigstens etwas mehr erzählen.
Ich hatte den Wald erreicht.
Aber, wenn ich einfach nur nach dem Unfall aufgewacht bin, muss doch Jayden hier irgendwo liegen.
Ich rannte in Richtung Straße. Der Highway war gerade mal 20 Meter entfernt.
Wo bist du Jayden? Wo ist er?
Ich sah hinten ein abgewracktes Autoteil.
Blutverschmiert.
Oh nein!


Wo ist er?
Da! Da ist sein Auto. Totalschaden.
Und die Polizei. Die Polizei?
'Hallo? Sir?' Der Polizist hob sein Gesicht vom Notizblock und sah mich neugierig an.
'Hallo, wo kommst du denn her? Die Straße ist gesperrt. Ein Unfall, ähm Jayden Brown.
Er wurde ins Krankenhaus gefahren. Verletzt aber es geht im gut, doch wir suchen nach einer Abigail Dearing. Wir vermuten sie ist tot.'
Ihre Vermutung ist richtig. Sie ist gestorben, doch als Racheengel wieder auf die Welt gekommen, ist das nicht zufällig ein Wunder?
Nein, das konnte ich nicht sagen.
'Ich..ich komme von der Wiese.'
Mehr konnte ich nicht raus bringen? Das würde der mir nie abkaufen.
'Dürfte ich deinen Namen wissen?'
Meinen Namen? Moment, ich kann ihm unmöglich sagen das ich Abigail heiße.
Ich muss mir einen ausdenken.
'Ava Carren, Sir. Ich komme aber von einer anderen Stadt.'
'Ja dann, wünsche ich dir noch einen guten Tag.'
'Gleichfalls, Sir.'
Ich ging in Richtung Wald. Dort angekommen breitete ich meine Flügel aus.
Als der Polizist kam, hatte ich es raus.
Oh mein Gott! Sind die groß.
Weiß und beige glitzerten sie und ich hatte die Befürchtung das ich die Autofahrer ablenken könnte, also ließ ich sie wieder verschwinden.
Ich rannte durch den Wald und nach 10 Minuten war ich schon in der Stadt.
Meine Familie haben sie schon benachrichtigt.
Also musste ich ins Krankenhaus.
Aber mich durfte niemand sehen, der mich auch kannte.
Würde ich es Jayden erzählen?
Eines Tages vielleicht. Doch jetzt konnte ich nur zu ihm, wenn er auch schlafen würde.
Die Doppelte Schiebetür wurde automatisch geöffnet und ich ging zur Rezeption.
'Jayden Brown.'
'Zimmer 747. Doch er braucht Ruhe. Er ist gerade aus der Intensivstation raus gekommen.'
'Okay.'
Ich stieg in den Aufzug und wählte den 3. Stock.
Ich war die Einzige im Aufzug.
Zimmer 747. Vorletzte Tür Rechts.
Das hätte die alte Dame doch auch sagen können.
Ich klopfte an die Tür. Kein Laut.
Er muss also noch schlafen.
Ich öffnete leise die Tür und ging ins Zimmer.
Jayden lag im Bett, seine Augen waren geschlossen.
Ich setzte mich auf den Besucherstuhl neben ihm und hielt seine Hand in meiner.
Sie war kalt. In meiner Handtasche hatte ich doch noch Schokolade.
Gut das ich daran gedacht hatte.
Ich holte sie raus dazu noch einen Block.
Auf seiner Kommode lag ein Kugelschreiber.

Gute Besserung Jayden.
Wahrscheinlich kennst du mich nicht, aber ich kenne dich sehr gut.
Ich hoffe du wirst schnell gesund, vielleicht können wir uns dann treffen
Ava Carren.

Auf die Rückseite schrieb ich meinen echten Namen.
Abigail Dearing.
Und ich nannte ihm eine Straße und eine Uhrzeit.
Bis dahin ist er bestimmt schon aus dem Krankenhaus und bis dahin habe ich bestimmt Zeit ein paar Nachforschungen zu machen.
Jayden wusste bestimmt viel über meinen eigentlichen Tod, doch das reichte nicht.
Ich musste zu Kate.
Plötzlich stiegen mir Tränen hoch und ein paar tropften auf das Blatt.
Egal, man kann es noch lesen.
Ich faltete den Zettel zweimal durch und legte ihn unter die Schokolade.
Die legte ich auf eine Packung Kekse.
Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange und ging schnell aus dem Zimmer.
So, wohin jetzt? Ich kann nicht nach Hause.
Oder doch? Unser Haus war nicht weit vom Krankenhaus und ich hatte noch meinen Schlüssel.
Ist meine Mutter wohl da?
Ich probiere es einfach.
Ich ging über die Straße, überquerte ein paar Kreuzungen und bog in unsere Straße ab.
Kein Licht brannte. Sie ist wohl mit ihrem Freund weg.
Ich holte schnell einen Koffer vom Keller, packte ein paar Sachen. Nicht zu viele, sonst merkt sie es. Aber, sie kannte nicht all meine Sachen.
Ein paar Hosen, Hemden und Tops. Meine Jacke, Zahnbürste, Bürste, Cremes, und mein Glätteisen.
Während ich alles in den Koffer legte, dachte ich daran wohin ich hin sollte.
Anthony? Er wohnte doch alleine in einer Wohnung.
Er wusste bestimmt bereits von dem Unfall, also musste ich ihm alles erzählen.
Ich nahm den Koffer und ging raus.
Aber wo wohnt er? Schnell durchsuchte ich im Internet den Namen Anthony Blair und fand seine Adresse und Telefonnummer.
In der Nähe der Bücherei.

Sonntag, 18. April 2010

Vergangenheit

Die Haustür wurde geöffnet.
Aber ich hörte mehr als zwei Füße.
Also versteckte ich mich schnell im Abstellraum und guckte durch den Schlitz.
Meine Mutter kam rein, hinter ihr ein gutaussehender attraktiver Mann.
Da hat sie sich aber einen der besonderen Klasse gekrallt.
Ich musste lachen.
Sie flüsterten sogar.
'Denkst du sie ist da?'
'Abigail? Schatz? Nein, ich werde sie dir bald vorstellen. Ich weiß nur noch nicht ob sie es verstehen kann.'
Soll ich raus kommen und sie überraschen?
Nein, ich gebe meiner Mutter lieber die Zeit.
Mein Handy läutete, Jayden.
Oh nein! Ich musste flüstern.
'Hallo?'
'Abi? Hier ist Jay, warum flüsterst du?'
'Meine Mom ist mit ihrem Freund hier, sie denken ich wäre nicht hier.'
'Das passt ja zu gut. Komm raus, ich stehe vor der Tür.'
'Okay.'
Ich schlich mich raus öffnete die Tür und da stand er.
Ich konnte mich kaum mehr rühren, er sah viel besser aus als Ethan.
'Schnell, mach die Tür zu.'
Oh, ich schloss sie leise und er nahm meine Hand und führte mich raus.
'Wohin gehen wir?'
'Ein Geheimnis.'
'Nicht schon wieder eins.'
Er lachte.
Wir stiegen in sein Auto ein und er fuhr den Highway hoch.
'Fahr doch nicht so schnell.'
'Warum? Sonst kommen wir nie an.'
Ich grinste.
'Wenn du so weiterfährst auch nicht.'
Er fuhr noch schneller. Ich drückte mich tief in den weichen Sitz ein und zog meinen Gurt noch enger.
Bitte, fahr doch langsamer.
Er sah mich an und dann passierte das was ich nie gedacht hätte.
Ein Lastwagen rammte uns, es gab lautes Gehupe und Jayden wurde hinaus gerissen.
Die Tür und die Windschutzscheibe gingen ab.
Lauter Splitter flogen in mein Gesicht, ich schloss die Augen.
Ich war zu schockiert um einen klaren Gedanken zu fassen.
Was soll ich tun?
Dann tat ich das, was man eigentlich lassen sollte.
Ich öffnete den Gurt und sprang aus der offenen Tür.
Hab ich überlebt?
Ich sah mich um, vor lauter Schmerzen konnte ich mich kaum bewegen.
Von hinten sah ich einen weiteren Lastwagen anrollen.
Anrollen?! Der fährt schneller als wir.
Ich konnte mich nicht bewegen. Und ich musste zusehen wie mein Tod schneller und schneller zu mir kam. Und als der Lastwagen nur noch ein paar Meter entfernt war schloss ich meine Augen und war wesentlich erleichtert.
Ein zuckender Schmerz ging durch meinen ganzen Körper, doch es war schnell vorbei.
Wahrscheinlich waren die Reifen so schwer, das mein Herz sofort aufhörte zu schlagen.
Alles war weiß.
Bin ich im Himmel?

'Hallo Abigail.'
'Hallo? Wo bin ich hier?'
'Du bist gestorben, was du eigentlich wissen müsstest.'
'Ja, von einem Lastwagen. Was ist mit Jayden? Ist er auch hier?'
'Jayden hat überlebt. Du wurdest als besonders auserwählt.'
Jayden hat überlebt? Zum Glück!
'Besonders?'
'Ja, du wirst als Racheengel getestet, weil dein Tod mehrere Mörder hatte und auch eine lange Geschichte, deswegen wirst du zurück auf die Erde geschickt um alle zu rächen die jemanden getötet haben und..'
'Moment mal! Ich kenne doch meinen Tod. Es war ein Unfall.'
'Genau das denkst du, doch dein Tod hat eine andere Geschichte. Es war nur der Schluss.
Du kannst dich an den wichtigsten Teil nicht erinnern.'
Was?! Zuerst sterbe ich und jetzt muss ich mich auch noch an meine Erinnerung erinnern?
Aber vielleicht kann ich Jayden wiedersehen.
'Du nimmst es also an. Dir werden Flügel gegeben, die du ausbreiten kannst, wenn du deine Mörder gerächt hast, werden sich die Flügel ändern, als Zeichen. Danach wirst du die Mörder unserer Verstorbenen rächen.'
'Logisch. Und wie werde ich wieder, ja, runter geschickt?'
'Öffne deine Augen.'
Der Satz zog sich ins Weite und man hörte nur noch das Echo.
Wie soll ich meine Augen öffnen, wenn sie schon offen sind?
Auf einmal kam wieder diese stechende Schmerz an meinem Bauch und Rücken.
Meine Arme und Beine spürte ich nicht einmal.
Mein Kopf brummte. Ich riss den Kopf hoch und sah Gras. Wiese.
Wieso kann ich nur an einzelne Wörter denken?
Ich sah an mir herunter.
Blut, Wunden, blaue Flecken.
Alles war blutverschmiert. Was ist passiert?
War das der Aufprall von da oben?
Dann wurde mir eines klar. Das muss der Unfall gewesen sein.
Aber warum hab ich noch die Wunden?
Ich stand auf, das tut ja nicht mehr weh.
Ich schaute auf meinen Arm, nichts mehr da.
Keine Wunde. Kein blauer Fleck.
Also daran könnte ich mich gewöhnen.

Samstag, 17. April 2010

Vergangenheit

Ich wollte wieder in die Bücherei.
Mal sehen ob mein Verfolger immer noch da ist.
Und wenn ja, wollte ich ihn zur Rede stellen.
Das war mein Plan.
Plan B hatte ich nicht. Was wenn er mich attackieren würde?
Nein, die Bibliothek ist öffentlich. Ich bin Sicher.
Doch wie es sich herausstellte, kam ich nicht einmal dazu in die Bücherei zu gehen.
'Lass mich, aaah .. Nein!'
Ich versucht seine Hand zu beißen, doch es ging nicht.
Ich wurde nach hinten gezogen und langsam wurde mir schwindelig.
Ich versuchte zu schreien. Es ging nicht.
Und für kurze Zeit wurde sein Griff um mich lockerer und boxte ihn in seine Magengrube.
Er schrie auf und ich rannte los.
Doch er warf sich auf mich. Ich blickte mich um. Ich war in einem Apartment.
Wie konnte das sein? Bin ich Ohnmächtig geworden?
Langsam wurde wieder alles schwarz und ich erkannte für kurze Zeit den Grund.
Er hatte ein Tuch, von dem man Ohnmächtig wurde.
'Hast du die umgebracht?'
'Nein, guck, die kommt zu sich.'
Ich wurde unsanft hochgehoben und am Arm festgehalten.
Mein Bauch und mein rücken schmerzten, als wenn eine Tonne auf mir lasten würde.
An meinen Armen erkannte ich viele blaue Flecken.
Was haben die mit mir gemacht?
Langsam wurde mir klar, das ich 24h beobachtet wurde.
Doch das spielte jetzt keine Rolle mehr.
Ich würde sterben.
Ich kannte die zwei nicht.
'Jayden, was meinst du? Wird sie es diesmal verstehen oder müssen wir ihr die Wahrheit sagen?'
Jayden?! Dann ist der andere bestimmt Anthony.
'Wir sagen ihr die Wahrheit. Dann wird sie die Klappe halten müssen. Kate ist ja in seiner Gewalt.'
'Was ist mit Kate?!' Ich schrie es fast aus.
'Heey! Pscht, wir wollen doch nicht das dich die ganze Nachbarschaft hört!'
Ich nickte. Sie wollten mich also nicht töten.
Gott sei Dank! Also musste ich jetzt vernünftig bleiben.
'Ihr seid also gegen Andrew?'
Sie lachten. Sie lachten mich aus. Jetzt wurde ich wütend.
'Was glaubst du denn? Wegen ihm mussten wir fast in den Knast, während er locker durchkam, nur weil er minderjährig ist. Wir würden ihn umbringen, wenn wir ihn in die Finger kriegen würden.'
'Aber warum soll ich dann nichts über ihn herausfinden?'
'Weißt du, er ist wie ein Mafia, überall hat er Leute die dich ausspionieren. Er kennt dich von Kate.
Das Flittchen hat dem alles über dich erzählt. Lass mich raten, sie redet nicht mehr mit dir?
Weil ihr gottverdammter Freund es ihr verboten hat! Halt dich fern von ihr!'
Ich verstand. Sie sorgten sich um meine Sicherheit. Um meine Sicherheit.
'Okay, ich halte mich da raus. Ich mache mir nur ..'
'Kate kannst du vergessen. Sie ist sein kleines Spielzeug.'
'Okay, wenn's sein muss. Sie redet sowieso nicht mehr mit mir.'
'Anthony. Die versteht schnell. Ist wohl doch nicht so ein Flittchen wie wir dachten.'
Er kam immer näher.
'Ähm, ich hab einen Freund.'
Er lachte. Das heißt dann wohl nichts gutes.
'Das ist mir so was von egal.'
Er gab mir einen Kuss. Kurz und schmerzlos.
'Siehst du.'
Flirtet er etwa mit mir?
Ich wusste in diesem Augenblick nicht so recht ob ich Ethan als meinen Freund zählen konnte.
Er hatte mich nur wie Jayden geküsst und ist dann abgehauen.
Ich denke er ist nicht mein Freund.
Hab ich mich etwa in Jayden verliebt?
Der böse Junge von Nebenan, der einen entführt.
Er sieht jedenfalls unwiderstehlich aus.
Ja, ich habe mich verliebt.
All die Jahre hat mich Ethan sitzen lassen, ist es nicht an der Zeit das ich den Spieß mal umdrehe?
'Vielleicht stört es mich nicht einmal.'
'Hay, Jay die flirtet mit dir.'
'Kein Wunder, ich hab auch angefangen.'
Doch jetzt musste ich wieder ernst werden.
'Habt ihr damals, ich meine zu dritt, Madison umgebracht?'
Sie schauten mich beide gleichzeitig an.
Verwirrt, ängstlich, wütend. All diese Emotionen.
'Andrew hat das Auto gefahren. Den Polizisten hat er aber was anderes erzählt. Und da ich schon volljährig war, musste ich in den Knast. Jayden kam auch mit einer Verwarnung davon. Der Bericht den du gelesen hast, ist etwas gefälscht. Dank Andrew. Er hat Jayden auch im anderen Blickwinkel präsentieren lassen.'
'Wie konnte er das denn fälschen?'
'Abi, darf ich dich so nennen, er hat Beziehungen.'
Ich nickte.
Jayden setzte sich neben mich und umarmte mich.
Es fühlte sich gut an.
Aber eins musste ich noch wissen.
'Heey, aber warum tut mir alles so weh. Wenn ihr von Anfang an an meiner Seite wart, warum habt ihr mich dann geschlagen?'
Beide schauten verwirrt.
'Geschlagen?! Du bist die Treppe runter gefallen. Anthony hat dich falsch gepackt.'
Ich lachte.
'Ja dann.'
Es war toll mit ihnen. Ich konnte lachen, Späße machen ohne das jemand beleidigt war und ich war glücklich.
'Deine Mutter hat einen Freund, deine Befürchtung war richtig. Nur ich weiß nicht wer. Soll ich es herausfinden?'
Ich schüttelte den Kopf.
'Lass ihr Zeit, sie hat die Chance glücklich zu sein, das will ich ihr nicht vermiesen.'
Ich schaute Jayden an.
Anthony ging dann auch wenig später. Er musste geschäftliches erledigen.
Jayden brachte mich nach Hause, da meine Mutter noch nicht da war blieb er etwas ging dann aber auch.
'Ich muss los. Ich hab deine Handynummer. Ich ruf dich dann an, ja?'
Ich nickte. Er küsste mich zum Abschied.
Ethan war Geschichte. Vielleicht, das dachte Anthony, gehörte er zu Andrews Leuten.
Zum ausspionieren. Denn sein plötzlicher Wandel, das er mich so mochte, war mehr als merkwürdig.
Ich würde mich von ihm fernhalten.

Vergangenheit

Morgen werde ich Kate fragen.
Oder sollte ich das lieber für mich behalten?
Ich weiß nicht was ich tun soll.
Ich warte am besten erstmal.
Und ich sag dir eins mein geheimnisvoller Stalker, ich werde weiter recherchieren.


'Kate, Kate warte doch. Warum rennst du weg? Hallo? Hör mir doch zu, ich...'
'Halt endlich deine Klappe! Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben!'
Was hat sie denn?
'Kate? Was hab ich dir angetan?'
'Das weißt du doch! Du spionierst hinter Andrew her und ich date ihn immer noch falls es dich interessiert. Deine Tipps brauch ich nicht. Er hat sich zufällig bei mir entschuldigt. Und jetzt entschuldige mich. Ich habe Unterricht.
Ich hatte schon wieder die erste Stunde frei.
Aber Moment, woher weiß sie das ich ..?
Ich ging in die Bibliothek und setzte mich auf die Couch.
Wenn Kate noch mit Andrew ausgeht, hat sie ihm alles erzählt.
Diese hinterhältige...
Was tu ich da? Sie ist doch meine Freundin. Oder?
Zurzeit kann ich ihr nicht vertrauen.
'Hay Abigail.'
Kann ich überhaupt irgendjemandem vertrauen?
Selbst meine Mutter hat Geheimnisse vor mir.
'Abigail?'
Was? Oh, da ist Ethan.
'Hay Ethan. Tut mir leid, ich war wohl zu sehr in meinen Gedanken vertieft.'
Er setzte sich neben mich. Wir waren schon sehr lange befreundet.
Und ich hätte unsere Freundschaft fast zerstört, weil ich mich in ihn verliebt hatte.
Bin ich immer noch in ihn verliebt?
Ich spüre jedenfalls immer ein fremdes, eigenartiges Gefühl wenn ich ihn ansehe.
Und schüchtern bin ich auch geworden. Nicht mehr die selbstbewusste Abigail.
Ich bin ein Mauerblümchen. Ein Wunder das er noch mit mir redet.
'Hallo? Bist du sicher das ich nicht weggehen soll? Ich mein Gedanken hast du ja viele.'
'Ethan nein!' Wie Peinlich! Ich hab es ja fast herausgeschrien.
Er hob seine Hände, als ob ich ein Gewehr in meiner Hand hielte.
'Dann bleib ich. Was ist denn los? Stress mit deiner Mutter?'
'Hmm, ich glaub sie hat einen Verehrer. Jedenfalls ist sie immer später zu Hause und geht mal öfter zum 'Supermarkt'.'
Das tolle war, er verstand alles was ich sagte.
Auch wenn ich mal in Rätseln sprach. Er versteht es sofort.
'Mach dir mal keine Sorgen. Wie früher, weißt du noch?'
Ich musste lächeln, er tat es auch.
'Ja. So was kann man nicht vergessen.'
Er kam näher an mich ran. Okay, Abigail bleib ruhig.
Auf diesen Moment hast du doch so lange gewartet.
Aber kann ich das machen?
Er küsste mich zärtlich. Und für ein paar Sekunden waren alle negativen Gedanken wie weggewischt. Aber nur für ein paar Sekunden.
'Ich, ähm, ich muss weg. Ich ruf dich an, okay?'
Ich lächelte.
'Ja, ich warte.' Er lachte und rannte fast weg.
Jetzt hatte ich neue Gedanken. Und die zweite Stunde wird heute ohne mich stattfinden.
Die anderen Stunden werden ohne mich stattfinden.
Denn ich muss etwas erledigen.

Vergangenheit

'Hallo Mama.' Stille.
'Mama? Bist du da?'
Immer noch Stille. Wo ist sie?
Ich ging in die Küche. Niemand dort.
Wohnzimmer? Nein. Ich durchsuchte das ganze Haus. Niemand da.
'Mama! Wo bist du?' Ich schrie es aus.
Ein Geräusch kam aus dem Keller.
Ich rannte die Stufen runter. Die Tür stand offen.
Oh Nein!
Partyraum. Nichts. Leere.
Wäscheraum. Niemand da.
Ein Fenster ging im Nebenraum auf.
Ich rannte dorthin. Zu Spät.
'Wer bist du? Zeig dich du Feigling!'
'Abigail?' Mama!
'Was machst du denn im Keller?'
Ich brach in Tränen aus.
'Abigail? Schatz, was ist denn los?'
Konnte ich reden? Am besten ich bin erstmal still.
Ich bin gar nicht so eine, die sofort heult, aber etwas geht hier vor.
'Wo warst du denn?'
Sie schaute mich verwirrt an. Vielleicht hatte sie ja was vor gehabt.
'Ich, ähm, das spielt jetzt keine Rolle. Bei einer Freundin. Hast du etwas schlimmes gesehen?'
Freundin? Glaub ich nicht.
'Nein, da war nur ein Geräusch. Wahrscheinlich der Wind. Ist jetzt auch egal, Mom.'
'Ich gehe dann mal kurz einkaufen. Möchtest du was bestimmtes?'
Ich schüttelte den Kopf.
Nachdem sie hochging und ich die Tür ins Schloss fallen hörte, ging ich in den Nebenraum.
Wahrscheinlich hatte ich den Zettel an der Wand erst übersehen.
Er war in der Mitte gefaltet.

Hör auf über Andrew zu recherchieren.
Sonst wird es dir noch leidtun.

Oh mein Gott!
Eine Drohung? Von wem?
Ich sackte zusammen. Ich brauch etwas zu trinken. Sofort.
Ich ging in die Küche. Holte Wasser raus und trank es in einem Zug auf.
Was ist nur mit mir los?
Wer war das? Derjenige musste jedenfalls auch in der Bücherei gewesen sein.
Und mir auch über die Schulter geguckt haben.
Denk nach. Hat der Bildschirm nicht etwas reflektiert?
Nein, kann nicht sein.
Ich träume doch! Das kann nicht real sein.
Was ist bloß los mit mir?

Freitag, 16. April 2010

Vergangenheit

'Kate, komm schon ich bin deine beste Freundin. Du kannst mir vertrauen das weißt du.'
'Er .. er hat gesagt das ich nichts sagen darf, sonst .. sonst wird er mir wehtun.'
Was?! Andrew?
'Hör zu Kate! Sieh mich an!' Ich wollte sie nicht anschreien, aber sie musste stark sein.
'Sieh mich an. Andrew kann dir nichts, gar nicht verweigern.Ich werde es niemandem sagen. Jetzt erzähl mir davon. Was ist in den letzten Monaten passiert?'

Sie schluchzte. Ich nahm sie in den Arm und wir beide gingen zur Mädchentoilette.
Dort riss ich ein Taschentuch vom Papierspender, machte es nass und wusch ihr Gesicht.
'So, deine verwischte Schminke sieht man jetzt gar nicht mehr. Willst du Kajal oder Wimperntusche?' Sie nickte. Ich machte ihr alles drauf.
Sie zitterte zu sehr.
'A..a.a .. Andrew er ..' Sie brach ab.
Ich hielt sie immer noch im Arm.
'Hat er etwas mit dir gemacht, dass du nicht wolltest?'
Sie nickte.
'Er .. er hat mich gezwungen ihm Geld zu leihen und er hat mich geschlagen.'
Was?! Er hat sie geschlagen? Daher die Wunden in den letzten Wochen.
'Ich hab versucht von ihm los zu kommen, aber er hat mich angeschrien und ich konnte nicht weg.'
Sie brach erneut ab.
'Ich verstehe. Du musst jetzt tapfer sein. Ignorier all seine Anrufe. Block ihn ab.
Wenn er an der Tür steht mach sie nicht auf. Es ist wichtig Kate. Wie viel hat er von dir bekommen?'
'Über 2000$.'
Woher hatte sie das ganze Geld? Aber eigentlich ist es wenig.
'Das Geld ist nicht so wichtig Abi. Ich will nur Weg von ihm.'
'Das wirst du auch. Versprochen. Und jetzt komm die Stunde fängt gleich an.'
Der Tag verlief langsamer als gedacht.
Was Kate angeht, hat sie ziemlich Mist gebaut.
Ich hab ihr doch schon von Anfang an gesagt sie soll mit ihm Schluss machen.
Warum hört sie nicht auf mich?
Hat sie mir die Wahrheit gesagt?
Bestimmt. Ihre Heulausbrüche konnten nicht vorgetäuscht sein.
Sie ist keine gute Schauspielerin.
Ich mache mir am besten später Gedanken dazu.
Heute wollte ich einen kleinen Umweg durch die Bücherei nehmen.
Mit dem Bus ging das nicht. Also lief ich.
Etwas in meinem Unterbewusstsein brannte nur so danach in meine Gedanken zu kommen.
Doch ich wusste nicht was.
Wollte ich ein Buch? Etwas am Computer recherchieren?
Genau! Ich wollte was über Andrew herausfinden.
An der Bücherei angekommen, setzte ich mich an einen der leeren Computer und suchte sofort los.
Andrew Johnson. 14 Treffer.
Der erste Treffer. Ein Polizeibericht. Genau das richtige!

,,Andrew Johnson (18) wurde am 19.6.09 in einen dramatischen Mord verwickelt.
Zusammen mit Jayden Brown (17) und Anthony Blair (18) rasten sie den Highway 22
hinunter und überfuhren die 17- jährige Madison. Das Mädchen wurde gestern in einer
Gruft gefunden. Die Autopsie zeigt, dass sie seit zwei Monaten dort gelegen hat.
Gerichtlich wurde entschieden das Jayden Brown und Anthony Blair einen zweijährigen
Haftbefehl bekommen. Andrew wurde mit einer Verwarnung freigesprochen.''

Freigesprochen. Freigesprochen. Freigesprochen.
Die Wörter wiederholten sich tausendmal in meinem Kopf.
Warum nur er?
Abigail, du wirst noch wahnsinnig. Kate hat übertrieben. Es kann nicht stimmen.
Doch da war noch etwas, das ziemlich schlimmer war als nur Prügel.


Donnerstag, 15. April 2010

Vergangenheit

'Abigail, aufwachen! Der Schulbus kommt in 30 Minuten.'
Was? In 30 Minuten?
Ich sprang aus dem Bett, fischte mir ein paar meiner Sachen,
nahm mein Rucksack und rannte ins Badezimmer.
Frisur, Okay.
Gestern hatte ich meine Haare, die mir schon bis zur Hüfte reichen, sorgfältig geglättet.
So, schnell etwas Schminke. Fertig.
Ich betrachtete mich im Spiegel.
Viele waren neidisch auf mein Aussehen.
Lange Dunkelbraune Haare, grüne Augen, schlanke Figur.
Ich machte mir nie was draus.
Für mich zählten am meisten die inneren Werte.
'Abigail, komm.'
'Ja, Mama. Ich komme ja.'
Ihr war mein Notendurchschnitt sehr wichtig, und meine Pünktlichkeit.
Obwohl ich noch 20 Minuten hatte.
Ich trank schnell meinen Kakao und aß zwei Toasts.
Reicht das? Ja.
Ich nahm mein Pausenbrötchen.
Was eigentlich eher ein Lunchpaket hätte sein können.
'Ich gehe jetzt runter ja? Tschüss, wir sehen uns dann am Abend.'
Ich gab ihr einen Kuss und rannte die Treppen runter.
Gerade rechtzeitig erwischte ich den Bus.
'Hallo Mrs. Blair.'
'Hallo Abigail. Komm steig schnell ein.'
Sie war eine nette Frau.
Ich setzte mich auf einen der leeren Bänke und schaute aus dem Fenster.
Kleinkinder mit ihren fast gleich so großen Ranzen trödelten zur Grundschule.
Mein Weg war länger.
An der Schule angekommen, stieg ich aus dem Bus aus und wartete auf Kate.
Sie kam mit ihrem neuen 'Super heißem Freund' zur Schule.
Ich mochte ihn nicht besonders, doch sie war glücklich
also gab ich mich damals geschlagen.
Mich schauen alle an, warum?
Ich merkte das sie hinter meinem Rücken lästerten.
Ich war nicht beliebt in der Schule, zählte aber auch nicht zu den Außenseitern.
Da kommt sie ja.
'Hay, Kate.'
'Abi, Hay. Siehst ja richtig schick aus heute.'
War das ein Funken Traurigkeit in ihren augen?
Sie hatte doch kein Grund Traurig zu sein.
Ihre Stimme klang auch etwas gequält.
'Ähm, Ja Danke. Du siehst auch super aus.'
'Danke. Komm lass reingehen, bevor es klingelt.'
Die erste Stunde hatten wir Frei.
'Du Abi, ich muss mit dir über Andrew reden.'
Andrew? Ihr Freund. Ich wusste doch das etwas mit ihm nicht stimmt!
'Was ist mit ihm?'
'Er .. er hat Schluss gemacht.'
'Sonst nichts?' Sie schüttelte den Kopf.
Nein, das glaube ich nicht.
Da ist noch was, das weiß ich.
Und ich werde es herausfinden.

Mittwoch, 14. April 2010

Kate's Mord

'Abigail!.'
Kate, sie zählte zu meinen einst nettesten Freunden.
Einst, vor langer Zeit. Zu lange her.
Anscheinend hatte sie etwas mit meinem Tod zu tun. Ich hoffe nicht.
Ich mochte sie sehr.
'Kate, hör zu. Niemand darf wissen das ich wieder aufgetaucht bin. Du weißt, ich bin bis vor kurzen verschwunden.'
Wie soll ich ihr das erklären? Sie ist zwar sehr emotional, aber sie kann verstehen.
Sie muss diesmal verstehen. Anders geht es nicht.
Noch kann ich mich mit dem rächen nicht so anfreunden.
Und das sie die erste ist, wo ich anfange zu suchen, wird sie sehr wahrscheinlich als erste sterben.
Doch es kann doch auch anders laufen, oder nicht?
'Aber Abigail, wir sind wieder zusammen. Wir können wieder ..'
'Nein! Kate, es wird nie wieder wie früher. Nie wieder! Jetzt hör zu, hast du..., warte.'
Wenn sie denkt das ich noch lebe, dann kann sie doch gar nicht mit meinem Tod zu tun haben.
Oder macht sie mir was vor?
'Kate, wie viel weißt du über mein Verschwinden?'
'Abi, die anderen haben mich gezwungen das zu machen. Ich konnte nicht anders.
Du bist gar nicht weggelaufen, stimmt's? Sie haben die getötet. Aber wie kannst du hier sein?
Ich mein, wenn man tot ist ist man tot. Aber ..'
Was?! Kate hatte was damit zu tun? Okay, ich wollte es nicht, aber ich muss.
'Das erklär' ich dir noch. Musst du immer noch deine Schmerztabletten schlucken?'
Bitte ja, bitte ja.
'Ja warum?' Gott sei dank!
'Hier nimm das. Danach erklär ich es dir.'
Ich reichte ihr ein Glas. Nicht nur mit ihren Tabletten. Leider auch noch Gift.
Aber es wird sie in 10 Minuten umbringen. Schmerzlos. Denk ich mal.
Ja, sie trinkt es.
'Abi, das schmeckt anders als sonst. Ist da …'
Der erste Schluck. Der schmerzhafteste.
'Abi, was ist daaaaas?' Es tut mir leid Kate. Wirklich.
'Das ist Gift. Jetzt hör mich zu. Ich hab dir gesagt ich werde es dir erklären. Ich bin als Racheengel wieder auf die Erde gesendet worden. Um alle bösen
Menschen zu rächen. Sie zu töten oder sie so zu verletzten, damit meine ich ihre Familien und Freunde, das sie Selbstmord begehen.
Dir tue ich damit nur einen Gefallen.'
Noch 9 Minuten, dann ist es vorbei.
'Und weißt du was so toll daran ist? Niemand weiß das es mich gibt und niemand kann es beweisen.
Du wirst es nicht überleben, doch wenn es ein anderer tun würde, würdest du an einen sogenannten Racheengel glauben?'
'Nein. Aber …'
Sie atmet schwer. Bringt höchstens zwei Wörter heraus. Noch 5 Minuten.
'Kate, rede nicht. Deine Zeit ist gekommen. Früher als erwartet, anders als erwartet. Aber besser als ein tragischer Unfall mit Querschnittslähmung oder?'
Sie nickt. Sie versteht mich. Sie glaubt mir. Sie war schon immer eine Freundin.
'Also, vielleicht sehen wir uns ja mal da oben. Richte denen schöne Grüße aus.'
Mein Humor war eigenartig. War er schon immer.
Sie lacht.
'Danke Abi. Iiiich weiß nicht wieso, aber danke.'
Wahrscheinlich kam sie nicht damit klar, eine Verbündete meiner Mörder zu sein.
Ja, so werde ich es mir denken.
Und jetzt, der Nächste.